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ALLTAG

Barrierefreies und selbstbestimmtes Leben umfasst alle Aspekte - der Bogen spannt sich von Bildung und Arbeit bis hin zur Freizeitgestaltung oder der Wahl der Lebensform.

Die UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen nimmt in zahlreichen Artikeln auf das Menschenrecht Bezug. Allerdings sieht die Wirklichkeit leider oft anders aus.

Begriffe

Integration

Behinderte und nicht behinderte Kinder / Jugendliche werden in einer Klasse gemeinsam unterrichtet und entsprechend ihrem Entwicklungsstand in offenen Unterrichtsformen individuell gefördert. Ausgangspunkt sind die Inhalte der Regelschule, die den Bedürfnissen der SchülerInnen entsprechend aufbereitet werden.

SPF

Sonderpädagogischer Förderbedarf: SPF erhalten jene Kinder, die auf Grund einer körperlichen, psychischen oder Lernbehinderung nicht imstande sind, dem Unterricht in der Regelschule zu folgen. Der SPF wird vom Bezirksschulrat per Bescheid ausgestellt und berechtigt die SchülerIn zu besonderen Unterstützungsmaßnahmen.

Das kann sein:

  • geringere Klassenschülerzahl
  • besondere Lehrmittel/Arbeitsmittel (z.B.: adaptierter
    Computer...)
  • zusätzliches Lehrpersonal
  • zusätzliches Hilfspersonal
  • Einsatz unterschiedlicher Lehrpläne und gegenstandsweise
    Einstufung in höhere oder niedrigere Schulstufen
  • der Besuch der Sonderschule

Elternwahlrecht

Die Eltern können entscheiden, ob ihr Kind integrativ in der Regelschule oder in einer der Behinderung entsprechenden Sonderschule unterrichtet werden soll (gilt derzeit für die erste bis achte Schulstufe).

Offene Unterrichtsformen

Die SchülerInnen arbeiten eigenständig an bzw. zu verschiedenen Inhalten - allein, im Team bzw. in selbst gewählten Gruppen - je nach Inhalt und Aufgabenstellung. Die LehrerInnen unterstützen sie dabei. Die Inhalte werden von den LehrerInnen entsprechend den Lehrplananforderungen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Entwicklungsniveaus vorbereitet.

Teamteaching im integrativen Unterricht

Ein/e Regel- und ein/e SonderschullehrerIn unterrichten gemeinsam die Klasse. In einzelnen Gegenständen kann - mit ihrer Zustimmung - auch eine nicht ausgebildete LehrerIn mit der Aufgabe der IntegrationslehrerIn betraut werden. Die RegelschullehrerIn ist für die inhaltliche Einhaltung des Regelschullehrplanes und die SonderschullehrerIn für jene der Sonderschullehrpläne verantwortlich. Die Unterrichtsplanung und -durchführung sollte gemeinsam erfolgen. Im Unterricht sind beide für die ganze Klasse verantwortlich.

  • Regelschule
  • Volks- oder Hauptschule bzw. AHS-Unterstufe
  • Sekundarstufe I/SEK I
  • Hauptschule, AHS-Unterstufe
  • Sekundarstufe II /SEK II
  • AHS-Oberstufe, berufsbildende mittlere (3-4-jährige) und höhere (5- jährige, Maturaabschluss) Schulen
  • Polytechnische Schule/ PTS / POLY

Abschlussklasse im Pflichtschulbereich - Da der Besuch des 9. Schuljahres für nicht behinderte SchülerInnen auch an anderen, weiter führenden Schulen möglich ist, gibt es nur eine eingeschränkte Anzahl an PTS Problematik in Ballungszentren mit großem Schulangebot: "Restschule"

10./11./12. Schuljahr

Die Pflichtschulzeit darf - nach vorliegendem Gesetzesentwurf - nur noch auf maximal 10 Jahre ausgeweitet werden (bisher 11). Jugendliche mit SPF können die Schule 12 Jahre lang besuchen, allerdings im 11. und 12. Schuljahr nur mehr in der Sonderschule! - kein Elternwahlrecht mehr !!!

Berufsschule

Ist auch eine Pflichtschule, kann allerdings derzeit nur mit bestehendem Lehrvertrag besucht werden.

Teilqualifizierungslehre/ TQL

Jugendliche mit SPF werden gemeinsam mit nicht behinderten Lehrlingen in der Berufsschule unterrichtet, unterstützt durch zusätzlich ausgebildete LehrerInnen; müssen das Lehrziel aber nur soweit erreichen, wie ihnen das in den einzelnen Bereichen möglich ist. Die erreichten Fähigkeiten und Fertigkeiten werden im Zeugnis beschrieben. Sie erhalten eine Teilqualifikation.

Schulversuchsauftrag mit Möglichkeit zur TQ

Gesetzlicher Auftrag zu Schulversuchen zum integrativen Unterricht an berufsbildenden Schulen unter zur Verfügungstellung der entsprechenden Rahmenbedingungen und Ressourcen - zusätzlich ausgebildetes Lehrpersonal, Arbeitsbegleitung, persönliche Assistenz. SchülerInnen mit SPF erhalten so auch hier die Möglichkeit zu Teilqualifikationen. Eine begleitende Evaluation soll zur Konzeptentwicklung und Qualitätssicherung beitragen. 

Stand: 2001

Österreichischer Behindertenrat

1100 Wien, Favoritenstraße 111/11, E-Mail: dachverband@oear.or.at

Tel.: +43 1 5131533, Fax: +43 1 5131533-150

Gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

BMASK

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