Demokratie braucht Inklusion – Internationaler Kurzfilmabend im GLEIS 21
Am 24. Oktober 2026 präsentiert das internationale Filmfestival ART WITHOUT LIMIT im Wiener Kulturraum GLEIS 21 sieben Kurzfilme und Filmbeiträge über das Leben und die Perspektiven von Menschen mit Behinderungen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der österreichweiten Demokratiewoche 2026 statt.
Michael Kerbler und Regisseur Michael Stoeger organisieren gemeinsam den Filmabend im GLEIS 21. Im Mittelpunkt stehen Selbstbestimmung, gesellschaftliche Teilhabe und die Frage, warum Demokratie ohne Inklusion nicht funktionieren kann.
Das internationale Filmfestival ART WITHOUT LIMIT feierte im Mai 2026 seine Österreich-Premiere in Wolkersdorf. Initiator der österreichischen Ausgabe war Hans-Peter Arzberger. Auch Hollywood-Regisseur und Festivalpräsident Peter MacDonald war an der Filmauswahl beteiligt. Der Österreichische Behindertenrat unterstützte die Premiere als Kooperationspartner.

Inklusion als Grundlage der Demokratie
Inklusion ist kein Akt der Fürsorge, sondern ein grundlegendes Menschenrecht. Unter dem Motto „Demokratie braucht Inklusion“ macht der Filmabend darauf aufmerksam, dass der Ausschluss von Menschen mit Behinderungen aus gesellschaftlichen Bereichen auch die demokratische Teilhabe beeinträchtigt.
Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen, ihre persönlichen Erfahrungen und gesellschaftliche Barrieren. Die Filme beschäftigen sich mit Selbstbestimmung, gleichberechtigter Teilhabe und den Rahmenbedingungen, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen oder erschweren.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Darstellung von Menschen mit Behinderungen in Film und Medien. Noch immer prägen vereinfachte und stereotype Bilder die öffentliche Wahrnehmung. ART WITHOUT LIMIT möchte dem unterschiedliche filmische Perspektiven entgegensetzen. Dazu gehört auch die Beteiligung von Menschen mit Behinderungen vor und hinter der Kamera.
Der Filmabend findet im Rahmen der österreichweiten Demokratiewoche vom 19. bis 26. Oktober 2026 statt. Die Initiative wurde vom BÜNDNIS 2025 organisiert und koordiniert.
Im Anschluss an die Filmvorführungen ist eine Diskussion mit dem Publikum vorgesehen.
Acht internationale Filme über Leben mit Behinderungen
Das Programm umfasst acht Produktionen aus Großbritannien, dem Kosovo, Indien, dem Iran, Österreich, Nordirland und Brasilien. Die Filme werden in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln gezeigt.
„Yes I Can“ (Großbritannien)
Das offizielle Video zu den Paralympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro stellt Menschen mit Behinderungen und ihre sportlichen und künstlerischen Fähigkeiten in den Mittelpunkt.
„Seeing Through Someone Else’s Eyes“ (Kosovo)
Der Trailer des internationalen Filmfestivals ART WITHOUT LIMIT in Pristina vermittelt Einblicke in dessen filmische Auseinandersetzung mit Behinderung und Inklusion.
„Beula“ (Indien)
Regisseur B Suresh Kumar porträtiert Beula, eine junge Frau aus einem Dorf im ländlichen Indien. Der Kurzfilm zeigt ihre spielerische, fröhliche und positive Lebenseinstellung.
„Carpenter“ (Iran)
Der Film von Xelîl Sehragerd erzählt die Geschichte des älteren kurdischen Tischlers Hussein Mahmood. Mit einfachen handwerklichen Mitteln stellt er Beinprothesen aus Holz für Menschen in seinem Heimatort her, die durch Landminen schwer verletzt wurden.
„Aufstehen“ (Österreich)
Regisseurin Mathea Holaus porträtiert die österreichische Para-Kletterin Jasmin Plank. Nach einem schweren Unfall und trotz fortschreitender Krankheit kämpft sie sich zurück an die Kletterwand. Der Film begleitet sie zwischen sportlichem Ehrgeiz, körperlichen Grenzen und persönlichen Herausforderungen.
„TWO. The Andreas Onea Story“ (Österreich)
Die Dokumentation porträtiert den österreichischen Paralympics-Medaillengewinner und Fernsehmoderator Andreas Onea, der bei einem Autounfall im Alter von sechs Jahren seinen linken Arm verlor. Der Film beleuchtet prägende Stationen seines Lebens und begleitet ihn bei der Versorgung mit einer modernen Armprothese. Dabei geht es um seine sportliche Karriere, sein Familienleben und die Möglichkeiten, die neue Prothesentechnologien im Alltag eröffnen. Onea wird bei der Veranstaltung anwesend sein.
„Delivery Boy“ (Brasilien)
Im Film von Vinicius Saramago arbeitet der junge autistische Gustavo im Zustelldienst der Apotheke seines Onkels. Sein geregelter Alltag verändert sich, als er eines Tages ein Mädchen auf einem Fahrrad sieht und eine neue Leidenschaft entdeckt.
„An Irish Goodbye“ (Nordirland)
Der mit dem Oscar 2023 für den besten Kurzfilm ausgezeichnete Film von Tom Berkeley und Ross White erzählt von den Brüdern Turlough und Lorcan. Nach dem Tod ihrer Mutter treffen sie auf dem elterlichen Bauernhof wieder aufeinander. Turlough möchte für seinen Bruder Lorcan, der mit Down-Syndrom lebt, eine neue Betreuung organisieren. Daraus entwickelt sich eine Geschichte über familiäre Beziehungen, unterschiedliche Vorstellungen und persönliche Entscheidungen.
Veranstaltungsinformationen
Eintritt: 10 Euro im Vorverkauf, 12 Euro an der Abendkasse
Untertitel: Alle Filme werden in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln gezeigt.
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