Die neue Ausgabe von monat zeigt an mehreren Beispielen, wie beharrliche Interessenvertretung zu konkreten Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen beitragen kann. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die geplante Reform der Sozialhilfe, die Absicherung des Ausgleichstaxfonds, inklusive Bildung und neue Rechte bei medizinischen Begutachtungen. Darüber hinaus widmet sich das Magazin den Folgen zunehmender Hitze, der Sicherheit von Menschen mit Behinderungen in Krisensituationen und der Barrierefreiheit im Alltag.
Ein Schwerpunkt der Ausgabe ist die geplante Reform der Sozialhilfe. Der Anfang September 2026 bekannt gewordene Entwurf enthält mehrere Verbesserungen, für die sich der Österreichische Behindertenrat seit Langem einsetzt. Vorgesehen sind unter anderem eine Verdoppelung des Vermögensfreibetrags sowie ein Verbot der Anrechnung des therapeutischen Taschengelds und vergleichbarer Leistungen. Auch Pflegegeld soll bei pflegenden Angehörigen nicht als Einkommen angerechnet werden.
Für Personen über 25 Jahre soll außerdem die Verpflichtung entfallen, Unterhaltsansprüche rechtlich verfolgen zu müssen. Eine wichtige Forderung des Behindertenrats bleibt allerdings offen: Menschen mit Behinderungen, die mit anderen Personen in einem Haushalt leben, brauchen eine eigene Bedarfsgemeinschaft. Damit soll verhindert werden, dass ihr Anspruch auf Sozialhilfe vom Einkommen ihrer Familienmitglieder abhängig ist.
Auch beim Ausgleichstaxfonds gibt es Fortschritte. Aus dem Fonds werden unter anderem Arbeitsassistenz, Jobcoaching und weitere Angebote finanziert, die Menschen mit Behinderungen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt oder beim Erhalt ihres Arbeitsplatzes unterstützen. Der Sozialausschuss stimmte am 9. September 2026 zusätzlichen Bundesmitteln einstimmig zu. Damit wurde ein wichtiger Schritt zur langfristigen finanziellen Absicherung dieser Angebote gesetzt.
Für 2026 sind zusätzlich 65 Millionen Euro aus dem Bundesbudget vorgesehen, für 2027 weitere 45,1 Millionen Euro und für 2028 24,4 Millionen Euro. Ab 2029 sollen jährlich zusätzliche 14,4 Millionen Euro bereitgestellt werden. Die Mittel sollen gesetzlich verankert werden und damit langfristig mehr Planungssicherheit schaffen.
Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich mit der geplanten Reform der inklusiven Bildung. Aus Sicht des Behindertenrats muss sie den gleichberechtigten Zugang zum allgemeinen Bildungssystem stärken und segregierende Strukturen schrittweise abbauen. Notwendig sind dafür angemessene Vorkehrungen und bedarfsgerechte Unterstützungsleistungen für Schüler*innen mit Behinderungen.
Gefordert werden unter anderem ein Rechtsanspruch auf ein 11. und 12. Schuljahr für Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie eine stärkere Verankerung inklusiver Pädagogik in der Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Pädagog*innen.
Seit 1. September 2026 besteht ein erweitertes Recht auf die Mitnahme einer Vertrauensperson bei medizinischen Begutachtungen. Dieses gilt nun beispielsweise auch bei Untersuchungen für eine Invaliditäts-, Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitspension sowie bei ärztlichen Untersuchungen im Auftrag des Sozialministeriumservice.
In einem ausführlichen Beitrag stellt monat außerdem die Position des Österreichischen Behindertenrats zu medizinischen Begutachtungen vor. Gefordert werden unter anderem besser ausgebildete Gutachter*innen, umfassende Barrierefreiheit, multiprofessionelle Begutachtungen, mehr Transparenz sowie unabhängige Beschwerdemöglichkeiten.
Der Schwerpunkt „Zuhause in der Hitze“ beschäftigt sich mit den Folgen steigender Temperaturen. Hitzewellen stellen für viele Menschen mit Behinderungen eine besondere Belastung dar. Das betrifft etwa Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Pflegebedarf oder chronischen Erkrankungen, die heiße Tage häufig in stark aufgeheizten Wohnungen verbringen.
Der Beitrag zeigt, worauf bei Pflege, medizinischer Versorgung und Hitzeschutz geachtet werden muss und welche Rolle ein barrierefrei gestalteter öffentlicher Raum bei der Abkühlung spielen kann. Das Thema steht zugleich in einem größeren Zusammenhang mit der Frage, wie Menschen mit Behinderungen bei Klimakrise, Naturkatastrophen und anderen Gefahrensituationen von Beginn an berücksichtigt werden.
Auch die zunehmende Digitalisierung ist Thema der Ausgabe. Der Österreichische Behindertenrat fordert, dass digitale Angebote bestehende Zugangsmöglichkeiten erweitern und nicht ersetzen. Wenn digitale Angebote nicht barrierefrei oder nicht selbstständig genutzt werden können, müssen gleichwertige analoge Möglichkeiten bestehen bleiben.
Ein weiterer Beitrag informiert über Änderungen bei den europäischen Fluggastrechten. Vorgesehen sind Verbesserungen bei verlorenen oder beschädigten Hilfsmitteln, bei barrierefreien Informationen und bei Sitzplätzen für Begleitpersonen. Fluggesellschaften sollen künftig unter anderem die vollständigen Kosten für den Ersatz verlorener oder beschädigter Hilfsmittel übernehmen.
Darüber hinaus enthält die Ausgabe Beiträge über Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen, Sicherheit in Krisenzeiten, Entlastungspflege, den Diversity Ball, barrierefreie Post-Abholstationen, eine Studie zu Gehbehinderungen sowie weitere Themen aus Behindertenpolitik und Gesellschaft.
Die Ausgabe 3/2026 von monat steht ab sofort zum Lesen zur Verfügung.