Im Österreichischen Parlament fand am 17. Februar 2026 die Auftaktveranstaltung zur Zero Project Conference 2026 statt.
Die jährlich stattfindende Konferenz hat sich zu einem einzigartigen globalen Treffpunkt für innovative Ansätze zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen entwickelt. Mehr als 1.000 Personen aus rund 100 Ländern werden an der Konferenz in der Wiener UNO City teilnehmen.
Im Zentrum der Auftaktveranstaltung standen fünf internationale Innovationen, die die Inklusion in Österreich unterstützen können. An der Veranstaltung nahmen Vertreter*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen teil. Auf der Regierungsbank saßen Klaus Widl sowie weitere Vertreterinnen der organisierten Menschen mit Behinderungen in Österreich.
Nach der Eröffnung durch Nationalratspräsident Walter Rosenkranz folgten Grußworte von Martin Essl, Gründer des Zero Project, sowie eine Keynote von Anthony Banbury, Präsident der International Foundation for Electoral Systems (IFES). Danach sprach Behindertenratspräsident Klaus Widl. Er verwies auf die internationale Bedeutung der Zero Project Conference, auf Wien als Veranstaltungsort und auf das Engagement der Familie Essl für eine Welt ohne Barrieren.
Die Zero Project Conference ist eine internationale Fachkonferenz, die einmal jährlich stattfindet. Sie beschäftigt sich mit der Umsetzung der Rechte von Menschen mit Behinderungen und stellt konkrete Lösungen aus unterschiedlichen Lebensbereichen vor. Die Konferenz ist Teil des Zero Project, einer Initiative der Essl Foundation, die 2008 von der Familie Essl gegründet wurde. Die Zero Project Conference 2026 findet von 18. bis 20. Februar 2026 in der Wiener UNO-City statt.
Im Anschluss an Widls Ansprache stellten Nationalratsabgeordnete aller im Parlament vertretenen Parteien jeweils eine ausgewählte Innovation vor, die sie bei der Umsetzung in Österreich unterstützen wollen.
>> Aufzeichnung der Veranstaltung
Inklusion von Menschen mit Lernschwierigkeiten in öffentlichen Spitälern
Christian Ragger (FPÖ) präsentierte ein Projekt aus Spanien, das Menschen mit Lernschwierigkeiten bei Krankenhausaufenthalten unterstützt. Ziel ist es, Abläufe in Spitälern verständlicher und zugänglicher zu machen. Dazu gehören barrierefreie Informationen, klare Zuständigkeiten und speziell geschulte Pflegekräfte, die als fixe Ansprechpersonen zur Verfügung stehen. Digitale Hinweise helfen dem Krankenhauspersonal, Unterstützungsbedarfe frühzeitig zu erkennen.
Kommunikation mit eigener Stimme bei ALS-Erkrankung
Heike Eder (ÖVP) stellte eine App aus den USA vor, die Menschen mit ALS-Erkrankung ermöglicht, mit einer eigenen Stimme zu kommunizieren. Texte werden dabei automatisch in gesprochene Sprache umgewandelt. Die Stimme kann individuell angepasst werden. Die Lösung soll eine selbstständige Kommunikation im Alltag erleichtern und ist als App einfach nutzbar.
Besserer Zugang zur Gesundheitsversorgung für Menschen mit Lernschwierigkeiten
Verena Nussbaum (SPÖ) präsentierte ein europäisches Projekt, das den Zugang zur Gesundheitsversorgung für Menschen mit Lernschwierigkeiten verbessern will. Im Mittelpunkt stehen Schulungen für medizinisches Personal und verständliche Kommunikation. Menschen mit Lernschwierigkeiten sind in die Entwicklung der Maßnahmen eingebunden, um ihre Erfahrungen direkt einfließen zu lassen.
Non-verbale Notrufkommunikation
Fiona Fiedler (NEOS) stellte eine Innovation aus Großbritannien vor, mit der Notrufe auch ohne Sprache möglich sind. Über eine App können Hilferufe abgesetzt werden, wenn Sprechen nicht möglich ist. Zusätzlich werden Standortdaten und wichtige Gesundheitsinformationen an Einsatzkräfte übermittelt. Die Lösung richtet sich unter anderem an Menschen mit Hör-, Sprach- oder Lernschwierigkeiten.
Digitales Sprachtherapie-Tool für Kinder
Ralph Schallmeiner (Grüne) präsentierte ein kostenloses digitales Sprachtherapie-Tool aus Montenegro. Kinder werden mit Spielen und Musik bei der Sprachentwicklung unterstützt. Die Anwendung ist barrierefrei gestaltet, funktioniert auch ohne Internet und kann zu Hause genutzt werden. Sie richtet sich besonders an Familien, die nur schwer Zugang zu therapeutischen Angeboten haben.
Die Vorstellung der Innovationen wurde durch Lesungen von Schauspielerin Maria Hofstätter und Schauspieler Gregor Seberg begleitet. Die Schlussworte sprach Bundesratspräsident Markus Stotter. Durch die Veranstaltung führte ORF-Journalist Andreas Onea.
Service-Links
Zero Project Conference 2026: Accessibility, ICT, and Crisis Response