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Startseite › Aktuelles › News › Europäische Woche der Gleichstellung

Europäische Woche der Gleichstellung

10. November 2022

Frauen mit Behinderungen und nicht-binäre Menschen mit Behinderungen werden unverhältnismäßig stark diskriminiert und ausgegrenzt.

Illustration von Frauenhänden mit unterschiedlichen Hautfarben die einander im Kreis umschließen

Diskriminierung von Frauen mit Behinderungen muss bekämpft werden

Bericht und Übersetzung: Gudrun Eigelsreiter

Original des EDFs: https://www.edf-feph.org/gender-equality-week-outsized-discrimination-against-women-with-disabilities/

Die Europäische Woche der Gleichstellung der Geschlechter 2022 hat vom 24. bis 30. Oktober stattgefunden. Während dieser Woche organisierten mehrere Ausschüsse und Delegationen des Europäischen Parlaments Sitzungen zu Fragen der Geschlechtergleichstellung in ihren Politikbereichen. Das „Europäische Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE)“ (https://eige.europa.eu/) veranstaltete auch das erste Gleichstellungsforum (https://eige.europa.eu/events/eige-gender-equality-forum-2022 ). Genderfragen sind für die Arbeit im Bereich Menschen mit Behinderungen besonders wichtig.

Frauen mit Behinderungen und nicht-binäre Menschen mit Behinderungen werden unverhältnismäßig stark diskriminiert und ausgegrenzt. Sie sind geschlechtsspezifischer Diskriminierung, behinderungsbedingter Diskriminierung und – darüber hinaus – auch intersektionalen Formen der Diskriminierung ausgesetzt, die sich aus der Überschneidung ihrer Identitäten ergeben.

Der „Gender Equality Index 2022“ (Gleichstellungsindex der Geschlechter) schlüsselt Daten nicht nur nach Geschlecht, sondern u.a. auch nach Behinderung auf. Das „Europäische Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE)“ hat diesen Index vor kurzem vorgestellt.

Einige Highlights der Studie zu folgenden Themen:

  • Erwerbstätigkeit: Nur 20 % der Frauen mit Behinderungen gehen einer Vollzeitbeschäftigung nach. Dies ist deutlich weniger als Männer mit Behinderungen (28 %), Frauen ohne Behinderungen (48 %) und Männer ohne Behinderungen (64 %).
  • Finanzielle Situation: Frauen mit Behinderungen verdienen viel weniger – und haben viel weniger verfügbares Einkommen – als Männer mit Behinderungen oder Menschen ohne Behinderungen. 23 % der Frauen mit Behinderungen sind armutsgefährdet.
  • Bildung: Nur 15 % der Frauen mit Behinderungen haben einen Hochschulabschluss. Es ist die niedrigste Anzahl, nach Menschen ohne Behinderungen und Männern mit Behinderungen.
  • Familien- und Betreuungspflichten: 78 % der Frauen mit Behinderungen erledigen täglich Hausarbeiten, vergleichbar mit der Quote von Frauen ohne Behinderungen und viel höher als bei Männern mit Behinderungen (40 %) und jenen ohne Behinderungen (30 %).
  • Gesundheit: 9 % der Frauen mit Behinderungen haben einen ungedeckten Gesundheitsbedarf. Die Zahl ist vergleichbar mit Männern mit Behinderungen (8 %) und viel höher als bei Frauen und Männern ohne Behinderungen (3 % bzw. 2 %).

Der Gleichstellungsindex 2022 konzentriert sich auch auf die sozioökonomischen Folgen der COVID-19-Pandemie. Die während der Pandemie verhängten Social-Distancing-Maßnahmen und Hausverbote wirkten sich negativ auf die Beschäftigung aus. Das Fehlen einer Behinderungs- oder Geschlechterperspektive in der politischen Reaktion schadete Frauen (und nicht-binären Menschen) mit Behinderungen überproportional.

Die Interessenvertretung von Frauen mit Behinderungen:

Die Auswirkungen politischer Entwicklungen sind niemals geschlechtsneutral, und die Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen sollte es auch nicht sein.

In den letzten Monaten hat sich das EDF auf folgende Themen konzentriert:

  • Bekämpfung der ungleichen Beschäftigung von Frauen mit Behinderungen, auch im Rahmen der vorgeschlagenen „EU-Richtlinie zur Lohntransparenz“, als eine Möglichkeit, gegen die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen vorzugehen;
  • Sicherstellung, dass Menschen mit Behinderungen in die EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt, einbezogen werden.
  • Wir fordern ein Verbot der Zwangssterilisation,
  • Die Gewährleistung von Barrierefreiheit bei Diensten und Informationen (Unterkünfte, Hotlines, Zugang zur Justiz),
  • Die Gewährleistung einer behindertenbezogenen Ausbildung und Förderung von Daten und Forschung in Bezug auf die Schnittmenge von Geschlecht und Behinderung.
  • Bekämpfung des Menschenhandels mit Menschen mit Behinderungen – einschließlich der sexuellen Ausbeutung von Frauen und Mädchen mit Behinderungen;
  • Bessere und umfassendere Krebsvorsorge und -behandlung – einschließlich Brustkrebs.

Das EDF-Frauenkomitee leitet und unterstützt diese Arbeit. Das EDF ist auch Mitglied der Europäischen Frauenlobby (https://womenlobby.org/?lang=en ), in der sie die Belange von Frauen mit Behinderungen in der feministischen Bewegung vorantreiben.

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Inhaber*innen eines gültigen Bundesbehindertenpasses – mit entsprechender Zusatzeintragung, die den Bedarf bestätigt – oder eines gültigen Parkausweises für Menschen Behinderung nach § 29b StVO können beim Österreichischen Behindertenrat einen Euro-Key bestellen.

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Der Österreichische Behindertenrat

Als Interessenvertretung für 1,4 Millionen Menschen mit Behinderungen setzt sich der Behindertenrat für die Umsetzung des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes ein und fördert Barrierefreiheit und Gleichstellung auf nationaler, EU- und internationaler Ebene. Er bereitet Vorschläge von Menschen mit Behinderungen auf, arbeitet in Gremien mit, pflegt Kontakte zur Wissenschaft und baut umfassende Dokumentationen zu Hilfsmitteln, Fachliteratur und sozialen Diensten auf.

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