Die Ausgabe 4/2025 des Magazins monat des Österreichischen Behindertenrats widmet sich zentralen Fragen von Barrierefreiheit, Teilhabe und den Rechten von Menschen mit Behinderungen. Die Beiträge zeigen eindrücklich, wo Fortschritte erzielt wurden, aber auch, wo politische Entscheidungen und technische Umsetzungen neue Barrieren schaffen.
Gedenken und Weichenstellungen
Zu Beginn der Ausgabe wird zweier prägender Persönlichkeiten gedacht: Roswitha Schachinger und Erich Schmid, die den Österreichischen Behindertenrat über viele Jahre maßgeblich mitgestalteten. Ihr Engagement für Selbstbestimmung, Bildung und Inklusion bleibt Auftrag und Orientierung.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Delegiertentag 2025. Mit einer beschlossenen Strukturreform wurde das Prinzip „Nichts über uns ohne uns“ verbindlich verankert: Menschen mit Behinderungen erhalten nun eine Zweidrittelmehrheit in allen Gremien des Behindertenrats.
Barrierefreiheit als Schlüssel zur Teilhabe
Im Zentrum der Ausgabe steht das seit Juni 2025 geltende Barrierefreiheitsgesetz, das digitale Barrierefreiheit erstmals verpflichtend macht. Eine Fachkonferenz des Behindertenrats mit rund 250 Besucher*innen beleuchtete Chancen, Lücken und die praktische Umsetzung des Gesetzes. Bei der Konferenz wurde deutlich: Barrierefreiheit ist kein „Nice-to-have“, sondern Voraussetzung für gleichberechtigte Teilhabe.
Wie gravierend fehlende Barrierefreiheit im Alltag wirkt, zeigt der Beitrag zu Pfandrückgabeautomaten. Viele dieser Systeme schließen blinde Menschen, Rollstuhlnutzer*innen oder Personen mit eingeschränkter Handfunktion faktisch von der Rückgabe aus – und damit vom Pfandsystem selbst.
Innovationen und Mobilität
Positive Beispiele liefert der Bericht über den UNIKATE Ideenwettbewerb. Schüler*innen und Studierende entwickeln gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen innovative Assistenztechnologien: von barrierefreien Brettspielen bis zu Navigationshilfen und Lesegeräten.
Ein weiterer Fokus liegt auf barrierefreier Mobilität im ländlichen Raum. Anrufsammeltaxis können Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Gleichzeitig zeigt das Beispiel der Mobilregion Mödling, wie schnell inklusive Angebote wieder verloren gehen können, wenn politische Unterstützung fehlt.
Rechte unter Druck
Mehrere Beiträge befassen sich mit aktuellen Rückschritten: im Erwachsenenschutzrecht, wo Verschlechterungen nur teilweise zurückgenommen wurden, und im Bereich der inklusiven Bildung, in dem neue Sonderschulen und fehlende Assistenz einen klaren Rückschritt darstellen. Der Behindertenrat fordert hier ein klares politisches Bekenntnis zur Inklusion.
Austausch, Vernetzung und Ausblick
Interviews und Berichte über Gespräche mit der Bundesbehindertenanwältin, dem Unabhängigen Monitoringausschuss, Vertreter*innen der Bundesregierung sowie internationale Treffen auf EU-Ebene unterstreichen: Inklusion braucht Kooperation, konsequente Umsetzung von Menschenrechten und die aktive Einbindung von Menschen mit Behinderungen.
Die Ausgabe macht deutlich, dass Inklusion ein fortlaufender Prozess ist. Die Ausgabe zeigt Herausforderungen und Lösungsansätze, bekräftigt aber aber den Anspruch des Österreichischen Behindertenrats, Barrieren sichtbar zu machen und Teilhabe für alle Menschen voranzutreiben.
Service-Links
monat 04/2025 (PDF)
monat 04/2025 (ePAPER)