Vor Beginn des Festes tauschten sich der Bundespräsident und seine Gattin im Präsidentenbüro mit Klaus Widl, Manuela Lanzinger und Barbara Haider-Novak vom Österreichischen Behindertenrat sowie Bundesbehindertenanwältin Christine Steger und Sozialministerin Korinna Schumann im Rahmen eines Arbeitsgesprächs über aktuelle behindertenpolitische Themen aus.
Im Mittelpunkt des Abends standen Ansprachen des Bundespräsidenten, von Sozialministerin Korinna Schumann sowie von Behindertenrats-Präsident Klaus Widl im großen Festsaal.
Rede von Bundespräsident Alexander Van der Bellen
Der Bundespräsident stellte Menschen mit Behinderungen als unverzichtbare Mitgestalter*innen der Gesellschaft in den Mittelpunkt seiner Rede. Er griff den Begriff des „most valuable player“ auf und übertrug ihn auf all jene, die mit ihren Erfahrungen, Blickwinkeln und ihrem Engagement zum gemeinsamen Erfolg beitragen. Eine Gesellschaft könne ihr Potenzial nur dann ausschöpfen, wenn alle mitreden, mitgestalten und mitentscheiden können. Van der Bellen betonte, dass Budgetkonsolidierungen nicht zulasten von Menschen mit Behinderungen gehen dürften und der Abbau von Barrieren weiterhin Vorrang haben müsse. Inklusion sei kein bloßes Bekenntnis, sondern ein Menschenrecht, das umgesetzt und immer wieder eingefordert werden müsse.
Rede von Sozialministerin Korinna Schumann
Sozialministerin Schumann hob in ihrer Ansprache die Bedeutung von Sichtbarkeit hervor. Gesehen und gehört zu werden sei eine Voraussetzung dafür, gesellschaftlich mitzugestalten. Sie verwies darauf, dass Menschen mit Behinderungen zu oft nicht in Entscheidungsprozesse einbezogen werden, obwohl ihre Erfahrungen zentral für wirksame Lösungen seien. Als Beispiel nannte sie die weitere Unterstützung des „disability history project“, das die Geschichte, den Aktivismus und das Engagement von Menschen mit Behinderungen sichtbar macht. Gleichzeitig unterstrich sie, dass notwendige Sparmaßnahmen nicht zum Abbau von Unterstützungsleistungen führen dürften. Interessenvertretungen bezeichnete sie als wichtige Orientierungshilfe für Politik und Verwaltung und bekräftigte den Grundsatz „nichts über uns ohne uns“.
Rede von Behindertenrats-Präsident Klaus Widl
Klaus Widl knüpfte an die aktuelle budgetäre Situation an und erinnerte daran, dass Budgetentscheidungen menschenrechtskonform erfolgen müssen. Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention dürfe auch in finanziell schwierigen Zeiten nicht weiter aufgeschoben werden. Er forderte, den zweiten Nationalen Aktionsplan Behinderung konsequent zur Umsetzung der internationalen Verpflichtungen zu nutzen und die Empfehlungen des zuständigen UN-Fachausschusses aufzuarbeiten. Zugleich betonte er die Bedeutung eines strukturierten Austauschs zwischen Politik, Verwaltung und Interessenvertretungen und hob die enge Einbindung des Österreichischer Behindertenrat insbesondere im Sozialministerium hervor. Sein Wunsch sei eine Gesellschaft, in der Menschen mit Behinderungen ihre Rechte nicht mehr einfordern müssen, weil Inklusion selbstverständlich gelebt wird.
Nach den Ansprachen las Schauspielerin Brigitte Karner Weihnachtsgeschichten und -gedichte. Im Anschluss erfreute der Chorus primus der Wiener Sängerknaben das aus allen Bundesländern angereiste Publikum mit wunderschönen Weihnachtsliedern. Das Streicherensemble der Gardemusik sorgte ebenso mit weihnachtlichen Stücken für die festliche musikalische Untermalung
Wir danken dem Bundespräsidenten und Doris Schmidauer sowie dem Team der Präsidentschaftskanzlei, Brigitte Karner, der Gardemusik, den ehrenamtlich tätigen Gebärdensprach-Dolmetscherinnen und dem Schriftdolmetscher für das stimmungsvolle Fest.
Impressionen

















