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Startseite › Aktuelles › News › 15 Jahre UNIKATE: Technologien für mehr Selbstbestimmung

15 Jahre UNIKATE: Technologien für mehr Selbstbestimmung

15. September 2026

Sechs innovative Projekte wurden bei der UNIKATE Preisverleihung 2026 ausgezeichnet, die heuer ihr 15-jähriges Bestehen feierte.

Preisträger*innen bei der UNIKATE Preisverleihung 2026 mit Filip Kisiel (Uniqa Stiftung), Katharina Werner (TU Wien) und Behindertenrats-Präsident Klaus Widl
Preisträger*innen bei der UNIKATE Preisverleihung 2026 mit Filip Kisiel (Uniqa Stiftung), Katharina Werner (TU Wien) und Behindertenrats-Präsident Klaus Widl

Bei der UNIKATE Preisverleihung am 14. September 2026 wurden im Veranstaltungszentrum Catamaran in Wien sechs innovative Projekte ausgezeichnet. Junge Techniker*innen entwickelten gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen Lösungen, die Barrieren abbauen und mehr Selbstbestimmung ermöglichen. Gleichzeitig feierte der Ideenwettbewerb sein 15-jähriges Bestehen.

Wie können technische Entwicklungen dazu beitragen, den Alltag von Menschen mit Behinderungen zu erleichtern und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen? Mit dieser Frage beschäftigen sich Schüler und Studierende im Rahmen des UNIKATE Ideenwettbewerbs. Bei der diesjährigen Preisverleihung präsentierten sechs Teams die Prototypen, die aus ihren Ideen entstanden sind.

UNIKATE wird vom Österreichischen Behindertenrat und der TU Wien mit Unterstützung der UNIQA Versicherungsverein Privatstiftung (UNIQA Stiftung) durchgeführt. Ein wesentliches Prinzip des Wettbewerbs besteht darin, Technologien nicht nur für Menschen mit Behinderungen, sondern gemeinsam mit ihnen zu entwickeln.

15 Jahre gemeinsame Entwicklung

Zu Beginn der Veranstaltung blickten Dr. Peter Eichler, Vorstand des UNIQA Versicherungs­vereins Privatstiftung, Behindertenrats-Präsident Klaus Widl und Paul Panek von der TU Wien auf 15 Jahre UNIKATE zurück. Durch den Nachmittag führte Moderatorin Marlene Krubner.

Preisverleihung UNIKATE 2026
Peter Eichler, Vorstand der UNIQA Privatstiftung, Paul Panek von der TU Wien und Klaus Widl, Präsident des Österreichischen Behindertenrats, im Gespräch bei der UNIKATE Preisverleihung 2026. Moderation: Marlene Kruber.
Klaus Widl bei der Preisverleihung UNIKATE 2026

Klaus Widl, Präsident des Österreichischen Behindertenrats, bei der UNIKATE Preisverleihung 2026

„UNIKATE zeigt seit 15 Jahren, wie wichtig es ist, technologische Lösungen nicht nur für, sondern gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen zu entwickeln“, betonte Widl.

Paul Panek spricht auf einer Bühne, er hält ein Mikrofon

Paul Panek von der TU Wien bei der UNIKATE Preisverleihung 2026

Paul Panek von der TU Wien hob ebenfalls den partizipativen Ansatz hervor. Entscheidend sei, gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen Lösungen zu entwickeln, die nicht nur technisch funktionieren, sondern auch zur Lebenswirklichkeit passen und einen konkreten Bedarf oder Wunsch aufgreifen.

Widl machte zugleich deutlich, warum dieser Ansatz weiterhin notwendig ist. Neue Produkte und Technologien würden noch immer oft entwickelt, ohne Menschen mit Behinderungen ausreichend mitzudenken. Als Beispiele nannte er Waschmaschinen, die nur über Touchscreens bedienbar sind, schwer erreichbare E-Ladestationen und Pfandflaschenrückgabeautomaten mit einer Einwurföffnung in 1,60 Meter Höhe. „Bei UNIKATE lernen junge Menschen von Anfang an, wie es besser geht“, betonte Widl.

Peter Eichler bei der Preisverleihung UNIKATE 2026

Peter Eichler, Vorstand der UNIQA Stiftung, bei der Preisverleihung UNIKATE 2026

Peter Eichler verwies darauf, dass sich die technischen Möglichkeiten in den vergangenen 15 Jahren stark verändert haben. Manche Entwicklungen, die damals kaum vorstellbar waren, seien heute als Massenprodukte verfügbar, etwa Sprachassistenten. Dennoch gebe es weiterhin großen Bedarf an individuellen Lösungen. Eichler äußerte zudem die Hoffnung, dass UNIKATE auch in den kommenden Jahren fortgeführt werde.

Marlene Krubner, Katharina Werner und Paul Panek diskutieren auf einer Bühne

Katharina Werner und Paul Panek von der TU Wien im Gespräch mit Marlene Krubner.

Präsentation von sechs UNIKATEN

Anschließend präsentierten die sechs ausgezeichneten Teams ihre Entwicklungen. Nach jeder Vorstellung hatte auch das Publikum Gelegenheit, Rückmeldungen zum jeweiligen Projekt zu geben.

Die HTL Braunau war mit zwei Projekten vertreten. „Smart Home Vision“ ermöglicht es, Smart-Home-Anwendungen mithilfe von Gesten und Handzeichen zu steuern. „Safe Track“ beschäftigt sich mit sicheren Radausfahrten für Menschen mit Demenz.

Preisverleihung UNIKATE 2026

Luca Pohn und Matthias Wintersteller von der HTL Braunau präsentierten ihr Projekt „Smart Home Vision“.

2 junge Männer präsentieren bei der Preisverleihung UNIKATE 2026 ihr Projekt

Benjamin Schulz und Simon Ragaller von der HTL Braunau präsentieren ihr Projekt „Safe Track“ (sichere Radausfahrten mit Demenz).

Von der New Design University St. Pölten stammt „Olfactory Memory“. Das Projekt nutzt Gerüche und Bilder, um Menschen mit Demenz dabei zu unterstützen, Erinnerungen und persönliche Verbindungen wieder aufzurufen.

Ask Serck-Hanssen spricht bei der Preisverleihung UNIKATE 2026

Ask Serck-Hanssen von der New Design University, St. Pölten, präsentiert sein Projekt „Olfactory Memory“ (Verbindung für und mit Personen mit Demenz durch Gerüche und Bilder)

Das TGM, die Höhere Technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt in Wien, präsentierte ebenfalls zwei Entwicklungen. Eine neu konzipierte „Trinkflasche“ entstand von und für Menschen mit Behinderungen. Das Projekt „Digitale Teilhabe“ setzt sich mit Barrieren auseinander, die Menschen bei der Nutzung digitaler Angebote begegnen.

Frau präsentiert bei der Preisverleihung UNIKATE 2026 ihr Projekt "Trinkflasche"

Präsentation des Projekts „Trinkflasche“ (von und für Personen mit Behinderungen) von Studentinnen des TGM Kolleg, Wien

3 Frauen präsentieren bei der Preisverleihung UNIKATE 2026 ihr Projekt

Doris Bäs-Fischlmair, Eman El-Khamesy, Lana Schug und Okikiola Olaoye vom vom TGM Wien präsntierten das Projekt „Digitale Teilhabe“.

Mit dem „Blindenstock 2.0“ entwickelten Schüler der HTL Hollabrunn eine Verbindung zwischen Langstock und Rollator. Die technische Lösung soll Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderungen zusätzliche Unterstützung bei ihrer Mobilität bieten.

2 junge Männer präsentieren bei der Preisverleihung UNIKATE 2026 ihr Projekt

Bernhard Jank und Felix Ganglmair von der HTL Hollabrunn präsentierten das Projekt „Blindenstock 2.0“ (Verbindung von Langstock und Rollator).

Ausprobieren und Austausch

Nach den Präsentationen sprachen Katharina Werner und Paul Panek von der TU Wien über den Ideenwettbewerb. Im Anschluss erhielten die ausgezeichneten Teams ihre Urkunden.

Preisträgerinnen und Preisträger der UNIKATE Preisverleihung 2026 gemeinsam auf der Bühne vor dem UNIKATE-Logo.

Preisträger*innen bei der UNIKATE Preisverleihung 2026 mit Filip Kisiel (Uniqa Stiftung), Katharina Werner (TU Wien) und Behindertenrats-Präsident Klaus Widl, Foto: Barbara Haider-Novak

Mit der Preisverleihung war der Nachmittag noch nicht beendet. Ab 16 Uhr konnten die Besucher*innen die sechs Prototypen an eigenen Stationen kennenlernen und ausprobieren. Dabei bestand Gelegenheit, direkt mit den Entwickler*innen ins Gespräch zu kommen.

Veranstaltungssaal im Catamaran

Eine weitere Station war dem Austausch zwischen Menschen mit Behinderungen sowie Schüler*innen und Studierenden gewidmet. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche technologischen Entwicklungen Menschen mit Behinderungen benötigen und wie daraus gemeinsam neue Projekte entstehen können.

Auch Open Source und Makerspaces spielten eine Rolle. Johannes Střelka-Petz vom Metalab Wien zeigte anhand der Braille-Tastatur „Oskar“, wie frei verfügbare Baupläne den Zugang zu assistiven Technologien erleichtern können. Menschen mit Blindheit können die Tastatur auf dieser Grundlage selbst zusammenbauen.

Die Veranstaltung war barrierefrei gestaltet. Sie wurde in Österreichische Gebärdensprache übersetzt, zusätzlich stand online Schriftdolmetschung zur Verfügung. Die Preisverleihung konnte außerdem per Livestream verfolgt werden.

Nach 15 Jahren zeigt UNIKATE weiterhin, welches Potenzial entsteht, wenn technisches Wissen und die Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen zusammenkommen. Der Wettbewerb macht deutlich: Gute assistive Technologien beginnen nicht erst beim fertigen Produkt, sondern bei der gemeinsamen Entwicklung auf Augenhöhe.

Ein herzliches Dankeschön gilt dem ÖGB für die Zurverfügungstellung der barrierefreien Räumlichkeiten im Catamaran.

Impressionen

junger Mann hält Trinkflasche in der Hand

Ein Teilnehmer testet die von Schülerinnen des TGM Kolleg, Wien entwickelte stoßfeste Trinkflasche.

Schüler der HTL Hollabrunn präsentieren das Projekt „Blindenstock 2.0“ (Verbindung von Langstock und Rollator)

Bernhard Jank und Felix Ganglmair von der HTL Hollabrunn präsentierten Mahenda Galani ihren „Blindenstock 2.0“.

Mathias Schmuckerschlag testet eine stoßfeste Trinkflasche, die von einer jungen Frau präsentiert wird

Mathias Schmuckerschlag testet eine stoßfeste Trinkflasche, die von einer Studentin des TGM-Kollegs und deren Kolleginnen entwickelt wurde.

Emilie Karall und ihre Assistentin unterhalten sich mit 2 Schülern, die eine Innovation präsentieren

Schüler der HTL Braunau stellen „Safe Track“ vor, das sich sicheren Radausfahrten für Menschen mit Demenz widmet.

Personen aus dem Publikum stellten Fragen zu den Innovationen.

Personen aus dem Publikum stellten Fragen zu den Innovationen.

Ask Serck-Hanssen von der New Design University St. Pölten stellt das Projekt „Olfactory Memory“ (Verbindung für und mit Personen mit Demenz durch Gerüche und Bilder) vor.

Ask Serck-Hanssen von der New Design University St. Pölten stellt Paul Panek und Katharaina Werner von der TU Wien sowie Filip Kisiel von der Uniqa das Projekt „Olfactory Memory“ (Verbindung für und mit Personen mit Demenz durch Gerüche und Bilder) vor.

Johannes Střelka-Petz vom Metalab in Wien teilt seine Erfahrungen und zeigt, wie Menschen mit Blindheit die Braille Tastatur Oskar selbstständig zusammenbauen können.

Johannes Střelka-Petz vom Metalab in Wien teilt seine Erfahrungen und zeigt Eva-Maria Fink vom Behindertenrat, Paul Panek von der TU Wien sowie Emil Benesch vom Behindertenrat, wie Menschen mit Blindheit die Braille Tastatur Oskar selbstständig zusammenbauen können.

Lukas Huber gebärdet, er trägt grauen Anzug und graues Hemd

Lukas Huber vom ÖGLB stellt eine Frage.

Manuela Lanzinger, Vizepräsidentin des Österreichischen Behindertenrats, testet die Entwicklungen.

Manuela Lanzinger, Vizepräsidentin des Österreichischen Behindertenrats, testet die Entwicklungen.

Katharina Praniess-Kastner, Manuela Lanzinger und Marlene Krubner im Gespräch

Katharina Praniess, Manuela Lanzinger und Marlene Krubner im Gespräch.

Die Entwicklerinnen des Projekts „Trinkflasche“ (von und für Personen mit Behinderungen) am TGM Kolleg, Wien, im Gespräch mit Peter Eichler.

Die Entwicklerinnen des Projekts „Digitale Teilhabe“ am TGM Kolleg, Wien, im Gespräch mit Peter Eichler.

Emilie Karall mit Schülern der HTL Braunau an ihrem Infotisch.

Emilie Karall mit Schülern der HTL Braunau an deren Infotisch.

Schüler der HTL Hollabrunn präsentierten das Projekt „Blindenstock 2.0“ (Verbindung von Langstock und Rollator)

Schüler der HTL Hollabrunn präsentierten das Projekt „Blindenstock 2.0“ (Verbindung von Langstock und Rollator)

Peter Eichler bei der Preisverleihung UNIKATE 2026

Begeistertes Publikum.

Gabriela Bakhski und Kerstin Huber-Eibl unterhalten sich bei der UNIKATE Preisverleihung 2026

Gabriela Bakhski und Kerstin Huber-Eibl unterhalten sich über die Innovationen.

3 stehende Personen bei der Preisverleihung

Am Demotisch beim Team vom Projekt „Trinkflasche“ des TGM-Kollegs.

Techniker bedient Streamingcomputer

Die Veranstaltung wurde durch online Schriftdolmetschung ergänzt.

Marietta Gravogl beim ÖGS-Dolmetschen

Marietta und Anna Gravogl übersetzten das in Lautsprache Gesprochene in Österreichische Gebärdensprache.

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Inhaber*innen eines gültigen Bundesbehindertenpasses – mit entsprechender Zusatzeintragung, die den Bedarf bestätigt – oder eines gültigen Parkausweises für Menschen mit Behinderung nach § 29b StVO können beim Österreichischen Behindertenrat einen Euro-Key bestellen.

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Der Österreichische Behindertenrat

Seit 1976 vertritt der Österreichischen Behindertenrat mehr als 1,4 Millionen Menschen mit Behinderungen in Österreich. Die gesetzlich verankerte, parteipolitisch unabhängige Dachorganisation der Behindertenverbände in Österreich mit mehr als 85 Mitgliedsorganisationen setzt sich für die Umsetzung des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes ein und fördert Barrierefreiheit und Gleichstellung auf nationaler, EU- und internationaler Ebene. Der Behindertenrat bereitet Vorschläge von Menschen mit Behinderungen auf, arbeitet in Gremien mit, pflegt Kontakte zur Wissenschaft und baut umfassende Dokumentationen zu Hilfsmitteln, Fachliteratur und sozialen Diensten auf.

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