Unter dem Titel „Rechte statt Almosen! Die österreichische Behindertenbewegung in der Zwischenkriegszeit“ rückt die Schau eine bislang wenig bekannte Geschichte der Selbstvertretung von Menschen mit Behinderungen in den Mittelpunkt. Ausgangspunkt ist die Gründung der Ersten Österreichischen Krüppelarbeitsgemeinschaft im Jahr 1926. Unter dem Motto „Arbeit, nicht Mitleid“ setzte sich die Gruppe für Zugang zu Arbeit, Bildung und medizinischer Versorgung sowie für mehr Selbstbestimmung ein.
Zur Eröffnung begrüßte Monika Sommer, Gründungsdirektorin des Hauses der Geschichte Österreich, die Gäste. Kuratorin Angela Wegscheider führte in die Ausstellung und das Forschungsprojekt ein. Anschließend diskutierten Volker Schönwiese, Bundesbehindertenanwältin Christine Steger, Kurt G. Beck und Martin Ladstätter, Vizepräsident des Österreichischen Behindertenrats und Obmann von BIZEPS, über die Bedeutung der Geschichte der Behindertenbewegung.
„Die Ausstellung erinnert daran, wie wenig wir über diese frühe Behindertenbewegung wissen. Bei der Wahrnehmung von Menschen mit Behinderungen als politisch aktive Subjekte gibt es noch viele blinde Flecken“, betonte Ladstätter.
Neben den schwierigen Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen in der Zwischenkriegszeit stehen ihre Selbstorganisation und ihr Einsatz für gesellschaftliche und politische Veränderungen im Fokus. Thematisiert werden auch die Zerschlagung der frühen Behindertenbewegung während des Nationalsozialismus und der schwierige Neubeginn nach 1945. Die Wanderausstellung ist Teil des Forschungsprojekts „100 Jahre Behindertenbewegung in Österreich“ von Volker Schönwiese und Angela Wegscheider.
Zu sehen ist „Rechte statt Almosen! Die österreichische Behindertenbewegung in der Zwischenkriegszeit“ vom 30. September bis 2. November 2026 im Haus der Geschichte Österreich in der Neuen Hofburg am Wiener Heldenplatz.
Impressionen

Kurt G. Beck (links) und Martin Ladstätter im Gespräch bei der Eröffnung der Ausstellung „Rechte statt Almosen!“ im Haus der Geschichte Österreich

Von links: Volker Schönwiese, Christine Steger, Angela Wegscheider, Kurt G. Beck und Martin Ladstätter bei der Podiumsdiskussion zur Eröffnung der Ausstellung „Rechte statt Almosen!“ im Haus der Geschichte Österreich.

Christine Steger (links) und Angela Wegscheider bei der Podiumsdiskussion zur Eröffnung der Ausstellung „Rechte statt Almosen!“ im Haus der Geschichte Österreich. Im Hintergrund eine Gebärdensprachdolmetscherin.

Angela Wegscheider (links), Kurt G. Beck und Martin Ladstätter bei der Podiumsdiskussion zur Eröffnung der Ausstellung „Rechte statt Almosen!“ im Haus der Geschichte Österreich.