Das Forschungsprojekt Urban Heat Equality wurde im Rahmen des Österreichischen Staatspreises für Klimawandelanpassung ausgezeichnet und belegte den dritten Platz. Der Preis gilt als höchste staatliche Auszeichnung in diesem Bereich und würdigt besonders wirksame und nachhaltige Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels.
Der Wettbewerb stellt erfolgreiche Projekte vor und zeigt anhand konkreter Beispiele, wie Anpassung an den Klimawandel gelingen kann. Ziel ist es, andere Akteur*innen zu motivieren, eigene Maßnahmen umzusetzen und langfristige Strategien zu entwickeln.
Beitrag des Österreichischen Behindertenrats
Der Österreichische Behindertenrat brachte im Projekt seine Expertise zur Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen ein. Damit wurde sichergestellt, dass Fragen der Barrierefreiheit und Teilhabe in die Forschung und die daraus abgeleiteten Maßnahmen einfließen.
Menschen mit Behinderungen zählen häufig zu jenen Gruppen, die besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. Dazu zählen etwa Hitzewellen oder eingeschränkter Zugang zu kühlen Aufenthaltsorten im urbanen Raum.
Fokus auf Hitze und soziale Gerechtigkeit
Urban Heat Equality ist ein inter- und transdisziplinäres Forschungsprojekt zur Klimawandelanpassung in der Stadt Wien. Ausgangspunkt war der zunehmende Hitzestress, der insbesondere vulnerable Gruppen betrifft. Dazu gehören ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Personen mit geringem Einkommen.
Untersucht wurde, wie naturbasierte Lösungen wie Parks, Straßenbäume oder Fassadenbegrünungen geplant werden und welche Auswirkungen sie auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen haben. Dabei stand im Mittelpunkt, wer von diesen Maßnahmen profitiert und wo mögliche Benachteiligungen entstehen.
„Wir gratulieren dem Forschungsteam von Urban Heat Equality zum 3. Platz beim Österreichischen Staatspreis für Klimawandelanpassung. Bei diesem Projekt konnten Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten bei der Erarbeitung von Maßnahmen zur Klimawandelanpassung mitwirken. Nur so ist Inklusion und Teilhabe sicherzustellen‘, erklärte Manuela Lanzinger, Vizepräsidentin des Österreichischen Behindertenrats.

Projektteam und Stakeholder Urban Heat Equality
Foto: Christoph Gruber / BOKU University
Neue Grundlagen für Planung und Entscheidungen
Im Rahmen des Projekts entstand eine Hitze-Risikokarte, die Hitzebelastung, soziale Verwundbarkeit und Grünraumverfügbarkeit miteinander verbindet. Ergänzend dazu wurden Interviews, Fokusgruppen und partizipative Formate durchgeführt, um die Perspektiven der betroffenen Menschen sichtbar zu machen.
Die Ergebnisse liefern eine fundierte Grundlage für eine inklusive und evidenzbasierte Stadtplanung. Ziel ist eine Stadtentwicklung, bei der Maßnahmen zur Klimaanpassung allen Menschen zugutekommen und soziale Ungleichheiten nicht verstärken.
Klimaanpassung als zentrale Aufgabe
Mit dem Staatspreis wird auch die Bedeutung der Klimaanpassung als zweite Säule der Klimapolitik unterstrichen. Neben dem Klimaschutz sind langfristige Anpassungsmaßnahmen notwendig, um die Folgen von Hitzewellen, Starkregen oder Trockenheit zu bewältigen.
Projekte wie Urban Heat Equality zeigen, wie Anpassung sozial gerecht gestaltet werden kann und welche Rolle Beteiligung, Forschung und Zusammenarbeit dabei spielen.
Service-Links
Urban Heat Equality. Naturbasierte Lösungen gegen urbane Hitze – mit Blick auf soziale Gerechtigkeit