Bei der Zero-Project-Konferenz 2026 in der Wiener UNO-City wurden 82 Projekte ausgezeichnet. Mit einem Award geehrt wurden auch das österreichische Parlament und das Wien Museum für ihre Maßnahmen zur Barrierefreiheit und inklusiven Teilhabe.
Für eine Welt ohne Barrieren setzt sich die im Jahr 2008 von der Essl Foundation gegründete Initiative Zero Project ein. Von 18. bis 20. Februar 2026 fand die jährliche Zero Project Konferenz in der Wiener UNO-City statt. Im Rahmen der Preisverleihung wurden Projekte sichtbar gemacht, die einen Beitrag zur Umsetzung der Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention leisten.
Auszeichnung für das österreichische Parlament
Das österreichische Parlament erhielt den Award für das Projekt „Complete refurbishment as an opportunity for an inclusive parliament and participation for all citizens“, auf Deutsch „Generalsanierung als Chance für ein inklusives Parlament und für die Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger“. Die umfassende Renovierung des historischen Gebäudes beseitigte architektonische Barrieren und ermöglicht nun allen Menschen den physischen Zugang zu sämtlichen Bereichen. Darüber hinaus wurden erstmals mehrere Gebäudeteile für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Barrierefreiheit wird dabei nicht nur baulich verstanden, sondern auch als Zugang zu Informationen und demokratischer Bildung über unterschiedliche Kanäle. Den Preis nahm Parlamentsdirektor Harald Dossi gemeinsam mit Tatjana Novakovic, Barrierefreiheitsbeauftragte der Parlamentsdirektion, und David Pinchasov, Leiter der Dialogplattform Staat und Gesellschaft, entgegen. Es handelt sich um die erste Auszeichnung, die das Parlament für die Barrierefreiheit des Hauses und seine inklusiven Angebote zur Demokratiebildung erhielt.
Multisensorischer Ansatz im Wien Museum
Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Wien Museum für das Projekt „A museum’s multisensory approach to its exhibitions“, auf Deutsch „Ein multisensorischer Zugang zu den Ausstellungen eines Museums“. Im Zuge einer mehrjährigen Sanierung und Erweiterung wurde Barrierefreiheit von Beginn an in die Ausstellungsplanung integriert. Über vier Jahre hinweg arbeitete das Museum in einem Co-Creation-Prozess mit Organisationen von Menschen mit Behinderungen und Fokusgruppen zusammen.
Das Ergebnis ist ein multisensorisches, mehrsprachiges und mehrformatiges Ausstellungskonzept. Besucher*innen stehen heute mehr als 50 taktile und interaktive Stationen zur Verfügung. Ergänzt werden diese durch taktile Leitsysteme, Inhalte in Österreichischer Gebärdensprache, Materialien in Leichter Sprache sowie Rückzugsbereiche für neurodiverse Besucher*innen.
Sämtliche Ausstellungsinformationen sind seit der Wiedereröffnung 2023 in visueller, taktiler, Braille- und Audioform zugänglich. Unterstützt wird dies durch einen digitalen Guide, assistive Technologien und persönliche Begleitung vor Ort. Als erstes Museum in Österreich verfügt das Wien Museum außerdem über eine Changing-Place-Toilette.
Zum inklusiven Angebot zählen kostenlose Bildungsprogramme für Menschen mit Lernschwierigkeiten, demenzfreundliche Führungen, Rundgänge in Gebärdensprache sowie Angebote in vereinfachtem Deutsch. Mitarbeitende des Museums nehmen an einem Access-Ambassador-Programm teil, das auf Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen basiert.

Im Mittelpunkt der Zero-Project-Konferenz 2026 stehen die Themen Barrierefreiheit, inklusive IT-Lösungen sowie inklusives Krisen- und Katastrophenmanagement. Die Auszeichnungen für das Parlament und das Wien Museum zeigen unterschiedliche Wege, wie Barrierefreiheit strukturell und dauerhaft in öffentlichen Institutionen verankert werden kann.

Im Mittelpunkt der Zero-Project-Konferenz 2026 standen die Themen Barrierefreiheit, inklusive IT-Lösungen sowie inklusives Krisen- und Katastrophenmanagement. Mit den Awards werden weltweit Projekte und Lösungen sichtbar gemacht, die einen Beitrag zur Umsetzung der Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention leisten.
Service-Links
Zero Project Conference 2026: Accessibility, ICT, and Crisis Response