Anlässlich des Welttags der Ersten Hilfe starten die Johanniter Österreich die Aktion „Alle sprechen Erste Hilfe“. Im Mittelpunkt steht die Vielfalt, mit der Wissen über Erste Hilfe vermittelt werden kann: Sprachbarrieren werden mit Übersetzungstechnologie abgebaut, in Forschungsprojekten wird ein passendes Kursangebot für Menschen mit Behinderungen entwickelt, und gemeinsam mit Partnerorganisationen entstehen neue, niederschwellige Kursformate.
„Erste Hilfe darf niemanden ausschließen. Mit ‚Alle sprechen Erste Hilfe‘ zeigen wir, dass wir Sprache, Behinderung oder besondere Lebenssituationen nicht als Hindernis, sondern als Ansporn sehen, unsere Kurse weiterzuentwickeln“, verdeutlicht Petra Grell-Kunzinger, Bundesgeschäftsführerin der Johanniter Österreich.
Kursangebote im Rahmen des Welttags der Ersten Hilfe am 12. September 2026
Testangebot in Wien: Gratis-Erste-Hilfe-Kurse in über 100 Sprachen
Am 12. September laden die Johanniter Wien zu einem kostenlosen, vierstündigen Erste-Hilfe-Kurs im Johanniter Center Nord in 1210 Wien ein.
Teilnehmer*innen erhalten die Möglichkeit, die Übersetzungsgeräte in allen gängigen Sprachen zu testen. Mittels Ohrstöpseln wird der Kursinhalt live in ihre jeweilige Sprache übersetzt.
Hier direkt zum Gratis-Kurs anmelden!
Kursangebot in Innsbruck: Erste Hilfe im Freien lernen – 50% Rabatt!
Am 12. September laden die Johanniter Tirol zu einem achtstündigen Erste-Hilfe-Kurs am Baggersee Rossau zum halben Preis ein.
Bei diesem eintägigen Auffrischungskurs werden alle Lerninhalte im Gespräch genau dort vermittelt, wo Unfälle auch passieren: Draußen, im öffentlichen Raum, in der Freizeit. Geübt und gelernt wird an verschiedenen Stationen rund um den See.
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Johanniter forschen für Menschen mit Behinderung
In der Projektarbeit widmen sich die Johanniter mit den Projekten SHIELD und Stärka gezielt der Frage, wie Menschen mit Behinderung besser auf Krisen und Notfälle vorbereitet werden können: SHIELD mit Fokus auf Erste Hilfe, StärKa mit Fokus auf Resilienz für Krisen und Katastrophen.
EU-Forschungsprojekt SHIELD: Fokusgruppen mit dem Österreichischen Behindertenrat
Im EU-Forschungsprojekt SHIELD wurden gemeinsam mit dem Österreichischen Behindertenrat Fokusgruppen durchgeführt. Die Bedarfsanalyse ergab, dass sich die Teilnehmer*innen einen 16-stündigen Erste-Hilfe-Kurs wünschen.
„Die Fokusgruppen mit dem Österreichischen Behindertenrat haben uns gezeigt, wie wichtig ausreichend Zeit und Praxisnähe für einen wirklich inklusiven Erste-Hilfe-Kurs sind. Genau das setzen wir im Projekt SHIELD gemeinsam mit unseren internationalen Partnern um“, erklärt Nadine Sturm, Projektleiterin der Johanniter Österreich Ausbildung und Forschung GmbH.
„Das Projekt verfolgt einen ‚Empowerment Ansatz‘, der Personen einfach Handlungsoptionen anbieten soll. Dies bedeutet, Menschen mit Behinderung nicht nur als passive Empfänger*innen von Hilfe zu sehen, sondern sie aktiv in die Vorbereitung einzubeziehen und ihnen Strategien in die Hand zu geben, wie sie sich selbst und anderen helfen können“, so Sturm.

Projekt StärKa
Die Vorbereitung auf Krisen macht das Projekt StärKa, bei dem Emil Benesch vom Österreichischen Behindertenrat als einer der Ethikbeiräte fungiert, online erlebbar. StärKa baut auf dem bereits abgeschlossenen FEMtech-Forschungsprojekt „Survival Kit@Home“ auf: Über eine eigene Anwendung können Interessierte spielerisch und in kurzen Einheiten zu unterschiedlichen Themen lernen – alle Spiele sind auch online verfügbar. Untersucht wird dabei, wie sich auch schwierige Themen der Resilienzstärkung gut vermitteln lassen, etwa durch spielerische Zugänge, leichte Sprache und angepasste Formate. Diese Erkenntnisse lassen sich auch auf den Bereich Erste Hilfe übertragen – ein Aspekt, den unter anderem das Projekt SHIELD untersucht. Ziel ist es, Wissen über Krisenvorsorge gezielt auch an schwer erreichbare Gruppen zu vermitteln.
Weitere Initiativen für mehr Zugänglichkeit
- Kurse werden ausgebaut, um Menschen mit Behinderung noch gezielter zu erreichen.
- Kooperation mit der Pflegeorganisation Care Systems: gemeinsam entwickelte Formate wie der Notfallrucksack, Warnsignal-Memory, Wimmelbild zu Stromausfall, Erkennen von KI-Bildern (in Bezug auf Desinformation)
- Online-Angebote für Schulen und Pädagog*innen sowie erste Testungen von Kursformaten mit gehörlosen Menschen.