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Startseite › Aktuelles › News › Ausbau von Gebärdensprachdolmetsch

Ausbau von Gebärdensprachdolmetsch

22. September 2024

Neue Förderrichtlinie soll Angebot an Gebärdensprachdolmetscher*innen deutlich erhöhen.

gebärdende Hände

Eine neue Förderrichtlinie des Sozialministeriums, die bereits dem Bundesbehindertenbeirat zur Begutachtung übermittelt wurde, soll das Angebot an Gebärdensprachdolmetscher*innen in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird künftig einerseits der Zugang für gehörlose Menschen zu den Dolmetscher*innen vereinfacht, andererseits werden auch außeruniversitäre Ausbildungen gefördert. Insgesamt stellt das Sozialministerium dafür 4 Mio. Euro zur Verfügung.

Obwohl die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) seit 2005 verfassungsrechtlich verankert ist, stehen den rund 10.000 gehörlosen Menschen in Österreich nur 130 Gebärdensprach­dolmetscher*innen zur Verfügung. Dieser Mangel erschwert gehörlosen Personen die Kommunikation mit hörenden Personen und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Um die Zahl der Gebärdensprach­dolmetsche*innen zu erhöhen, erarbeitete das Sozialministerium eine neue Förderrichtlinie. An der Erarbeitung waren Selbstvertretungsorganisationen gehörloser Menschen und weitere Stakeholder wie der ÖGS-Dolmetscher*innenverband beteiligt. Gefördert werden Ausbildungen bei gemeinnützigen, privaten Rechtsträgern, wenn in einer Region keine universitären Angebote vorhanden sind. Damit soll die Zahl der Ausbildungsplätze steigen.

Verstärkt werden damit außeruniversitäre Ausbildungen zum bzw. zur Dolmetscher*in für ÖGS und Deutsch sowie außeruniversitäre Ausbildungen zum bzw. zur ÖGS-Kursleiter*in. Sie können für Personen mit und ohne Vorkenntnisse in ÖGS angeboten werden.

Darüber hinaus sollen verstärkt gehörlose Personen selbst zum bzw. zur Dolmetscher*in in ÖGS und Deutsch ausgebildet werden, um hörende und gehörlose Personen bei ihrer Ausbildung zu unterstützen. Dabei sollen neben der entsprechenden Sprachkompetenz auch methodologische und didaktische Inhalte vermittelt werden. Ein entsprechendes Curriculum wird aktuell gemeinsam mit den Selbstvertretungsorganisationen gehörloser Menschen und dem Österreichischen Verband der Dolmetscher*innen und Übersetzer*innen für ÖGS und Deutsch (ÖGSDV) erarbeitet. 

Auch eine finanzielle Unterstützung für den Auf- und Ausbau von Vermittlungsstellen für Dolmetschangebote von gemeinnützigen Organisationen ist in der Richtlinie vorgesehen. Damit soll die Suche nach ÖGS-Dolmetscher*innen deutlich erleichtert werden.

Die neue Förderrichtlinie wurde dem Bundesbehindertenbeirat zur Begutachtung übermittelt. Anschließend soll sie erlassen und veröffentlicht werden.

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euro-key

Inhaber*innen eines gültigen Bundesbehindertenpasses – mit entsprechender Zusatzeintragung, die den Bedarf bestätigt – oder eines gültigen Parkausweises für Menschen mit Behinderung nach § 29b StVO können beim Österreichischen Behindertenrat einen Euro-Key bestellen.

euro-key beantrageneuro-key Standorte in Österreich (pdf)

Der Österreichische Behindertenrat

Seit 1976 vertritt der Österreichischen Behindertenrat mehr als 1,4 Millionen Menschen mit Behinderungen in Österreich. Die gesetzlich verankerte, parteipolitisch unabhängige Dachorganisation der Behindertenverbände in Österreich mit mehr als 85 Mitgliedsorganisationen setzt sich für die Umsetzung des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes ein und fördert Barrierefreiheit und Gleichstellung auf nationaler, EU- und internationaler Ebene. Der Behindertenrat bereitet Vorschläge von Menschen mit Behinderungen auf, arbeitet in Gremien mit, pflegt Kontakte zur Wissenschaft und baut umfassende Dokumentationen zu Hilfsmitteln, Fachliteratur und sozialen Diensten auf.

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