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Startseite › Aktuelles › News › Barrierefreies Busfahren

Barrierefreies Busfahren

26. April 2023

Ein Tiroler Unternehmen bietet barrierefreies Busfahren für Menschen mit Mobilitäts-, Hör- und Sehbehinderungen.

Bushaltestelle in Tirol

Barrierefreies Busfahren für Menschen mit Mobilitäts-, Hör- und Sehbehinderungen

Ein Beispiel für gelebte Inklusion ist das Tiroler Busunternehmen Ledermair. Geschäftsführer Alexander Ledermair nutzt einen Rollstuhl und achtet besonders auf die Gewährleistung von Diversität und Barrierefreiheit. Der Leitgedanke des Unternehmens lautet „Mobilität für alle – uneingeschränkt.“

Im Regionalverkehr sind sämtliche Busse des 1924 gegründeten Familienbetriebs barrierefrei zugänglich. Zudem wurde in einigen Bussen eine akustische Ansage eingeführt. Diese wird laufend erweitert, sodass sie letztendlich in der gesamten Flotte angeboten werden kann. Mobile Applikationen für Menschen mit Hörbehinderungen befinden sich aktuell in der Probephase.

„Wir beschäftigen uns schon seit geraumer Zeit mit dem Thema Barrierefreiheit. Und da geht man immer davon aus, dass es nur mobilitätsbeeinträchtigte Menschen betrifft. Es betrifft aber auch hör- und sehbeeinträchtigte“ erklärt Alexander Ledermair.

Gehörloser Busfahrer

Seit 2021 ist Markus Menner bei Ledermair beschäftigt. Der gehörlose Busfahrer war zuerst im Werksverkehr tätig, mittlerweile ist er als Fahrer im Stadtverkehr Schwaz unterwegs. Anfänglich dachten die Fahrgäste, Markus Menner sei ein unfreundlicher Fahrer, da er deren Grußworte nicht hörte. Nachdem eine Information über Menners Gehörlosigkeit im Bus angebracht worden war, brach das Eis. „Markus kann Lippen lesen und die Gäste können nun ganz anders auf ihn zugehen“, freut sich Alexander Ledermair. Mittlerweile gibt es Reisegesellschaften die, ausschließlich mit Markus Menner fahren möchten.

Von Menners Expertise profitiert das Unternehmen unter anderem im administrativen Bereich. So wurden anlässlich seines Dienstantritts technische und organisatorische Anpassungen durchgeführt: Die Dienstpläne aller Mitarbeiter*innen sind mittlerweile über eine eigene App abrufbar, und über eine Chat-Funktion kommuniziert Menner mit seinen Kolleg*innen schriftlich. Zudem wurden Lehrvideos für Buslenker*innen untertitelt. Bei Veranstaltungen kommen immer wieder Dolmetscher*innen zum Einsatz, die in Österreichische Gebärdensprache übersetzen.

„Das gesamte Ledermair-Team sieht das Thema Inklusion und die damit einhergehenden Adaptierungen als große Bereicherung“, so Geschäftsführer Alexander Ledermair.

Alexander Ledermair und Markus Menner
„Glück empfinden zu können, ist eine Fähigkeit, die Menschen mit und ohne Behinderung verbindet“, erklärt Markus Menner (hier im Bild mit Alexander Ledermair).

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Inhaber*innen eines gültigen Bundesbehindertenpasses – mit entsprechender Zusatzeintragung, die den Bedarf bestätigt – oder eines gültigen Parkausweises für Menschen mit Behinderung nach § 29b StVO können beim Österreichischen Behindertenrat einen Euro-Key bestellen.

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Der Österreichische Behindertenrat

Seit 1976 vertritt der Österreichischen Behindertenrat mehr als 1,4 Millionen Menschen mit Behinderungen in Österreich. Die gesetzlich verankerte, parteipolitisch unabhängige Dachorganisation der Behindertenverbände in Österreich mit mehr als 85 Mitgliedsorganisationen setzt sich für die Umsetzung des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes ein und fördert Barrierefreiheit und Gleichstellung auf nationaler, EU- und internationaler Ebene. Der Behindertenrat bereitet Vorschläge von Menschen mit Behinderungen auf, arbeitet in Gremien mit, pflegt Kontakte zur Wissenschaft und baut umfassende Dokumentationen zu Hilfsmitteln, Fachliteratur und sozialen Diensten auf.

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