Öryrkjabandalag Íslands (ÖBÍ) ist eine Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen und ein Dachverband von 43 Mitgliedsorganisationen in Island. Die Organisation setzt sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein.
Der Besuch fand im Rahmen eines Österreich-Aufenthalts der Delegation statt, bei dem auch Treffen mit weiteren Mitgliedsorganisationen des Österreichischen Behindertenrat auf dem Programm standen (Feministischer Austausch über Grenzen hinweg: Isländische Dachorganisation ÖBÍ vernetzt sich mit FmB – FmB – Interessensvertretung Frauen* mit Behinderungen).
Seitens des ÖBR nahmen Geschäftsstellenleiterin Barbara Haider-Novak, Victoria Biber und Eva-Maria Fink am Austausch teil.

Erfahrungen aus der nationalen und internationalen Arbeit
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Arbeit des ÖBR auf nationaler und internationaler Ebene sowie aktuelle Herausforderungen bei der Umsetzung der Rechte von Menschen mit Behinderungen in Österreich.
Dabei wurden unter anderem die politische Interessenvertretung des ÖBR sowie die Arbeit im Rahmen der internationalen Menschenrechtsübereinkommen thematisiert. Gleichzeitig bot der Austausch Einblicke in die Arbeit und die Erfahrungen der isländischen Behindertenbewegung.
Island: UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen seit 2016 in Kraft
Island ratifizierte die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK) am 23. September 2016, weshalb die Konvention in Folge in Kraft trat.
Interessant ist dabei, dass Island bereits vor der Ratifikation der UN-BRK wichtige rechtliche Grundlagen für die Rechte von Menschen mit Behinderungen geschaffen hatte. Dazu zählt insbesondere der Bereich der inklusiven Bildung.
Inklusive Bildung bereits vor der Ratifikation verankert
Ein besonders spannender Punkt des Austauschs war die Entwicklung des inklusiven Bildungssystems in Island. Bereits 2008 wurde das Recht auf inklusive Bildung verankert – also mehrere Jahre vor der Ratifikation der UN-BRK im Jahr 2016.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass eine rechtliche Verankerung allein noch keine vollständige Umsetzung garantiert. Auch in Island bestehen weiterhin große Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung inklusiver Bildung.
Vorbereitung auf die nächste Staatenprüfung
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die bevorstehende Staatenprüfung Islands zur Umsetzung der UN-BRK, welche im Jahr 2027 stattfinden wird. Die isländische Delegation berichtete über die derzeit laufenden Vorbereitungen auf die Prüfung im kommenden Jahr.
Der Austausch zwischen ÖBR und ÖBÍ bot damit eine wertvolle Gelegenheit, Erfahrungen aus zwei Ländern miteinander zu vergleichen, gemeinsame Herausforderungen zu identifizieren und unterschiedliche Ansätze in der Umsetzung der UN-BRK zu diskutieren.
Service Link
ÖBÍ réttindasamtök – Dachoganisation der isländischen Behindertenverbände
