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Startseite › Aktuelles › News › Stärkung der Rechte für Flugreisende mit Behinderungen: Rat der Europäischen Union erteilt Zustimmung

Stärkung der Rechte für Flugreisende mit Behinderungen: Rat der Europäischen Union erteilt Zustimmung

13. Juli 2026

Nach jahrelangen Verhandlungen hat der Rat der Europäischen Union am 13. Juli 2026 seine Zustimmung zur Überarbeitung der EU-Regelungen zu den Fluggastrechten erteilt.

Flugzeugtragfläche über einem Wolkenbedeckten Himmel
Foto: Kerstin Huber-Eibl

Die Änderungen betreffen die Verordnung Nr. 261/2004 über Ausgleichs- und Unterstützungsleistungen bei Flugproblemen sowie die Verordnung Nr. 2027/97 über die Haftung von Luftfahrtunternehmen.

Die neuen Regelungen bringen wichtige Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen.

Verbesserungen bei verlorenen oder beschädigten Hilfsmitteln

Eine zentrale Verbesserung betrifft die Haftung der Fluggesellschaften für Hilfsmittel. Künftig sollen Fluggesellschaften die vollständigen Kosten für den Ersatz verlorener oder beschädigter Hilfsmittel übernehmen. Außerdem sollen Entschädigungen vorgesehen werden, wenn ein Assistenzhund beispielsweise verletzt wird.

Die neue Regelung stellt außerdem klar, dass Menschen mit Behinderungen bei Verlust, Beschädigung oder Zerstörung ihrer Hilfsmittel unverzüglich geeignete vorübergehende Ersatzlösungen erhalten müssen.

Barrierefreie Informationen

Die neuen Vorschriften stärken auch den Zugang zu Informationen: Alle Informationen, die Passagiere nach der Verordnung erhalten, müssen künftig in einem barrierefreien Format bereitgestellt werden. Zudem müssen Fluggesellschaften transparentere und klarere Informationen über Rechte, Buchungen sowie barrierefreie Beschwerdemöglichkeiten anbieten.

Sitzplätze für Begleitpersonen

Eine weitere Verbesserung betrifft Begleitpersonen: Künftig muss spätestens beim Check-in sichergestellt werden, dass Begleitpersonen von Menschen mit Behinderungen kostenlos neben der begleiteten Person sitzen können.

Forderungen des Europäischen Behindertenforums (EDF) nicht zur Gänze übernommen

Trotz der Verbesserungen wurden einige zentrale Forderungen des Europäischen Behindertenforums nicht vollständig übernommen. Dazu gehören:

  • Menschen mit Behinderungen soll die Beförderung nicht aufgrund ihrer Behinderung verweigert werden dürfen.
  • Reisen soll ohne verpflichtende vorherige Genehmigung möglich sein.
  • Assistenzhunde sollen innerhalb der gesamten EU gegenseitig anerkannt werden.

Wie geht es weiter?

Die aktualisierten Vorschriften über Fluggastrechte treten 12 Monate und 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft. Wann die Verordnungen im Amtsblatt veröffentlicht werden, steht derzeit noch nicht fest. Erfahrungsgemäß erfolgt die Veröffentlichung jedoch innerhalb weniger Wochen nach der endgültigen Annahme.

Fazit

Die Überarbeitung der Verordnungen bringt wichtige Verbesserungen für Flugreisende mit Behinderungen, insbesondere bei der Haftung für Hilfsmittel, barrierefreien Informationen und der Unterstützung durch Begleitpersonen. Gleichzeitig bleiben zentrale Forderungen offen.

Service Link

Stärkere Fluggastrechte: Rat erteilt endgültige Zustimmung

von Victoria Biber

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Der Österreichische Behindertenrat

Seit 1976 vertritt der Österreichischen Behindertenrat mehr als 1,4 Millionen Menschen mit Behinderungen in Österreich. Die gesetzlich verankerte, parteipolitisch unabhängige Dachorganisation der Behindertenverbände in Österreich mit mehr als 85 Mitgliedsorganisationen setzt sich für die Umsetzung des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes ein und fördert Barrierefreiheit und Gleichstellung auf nationaler, EU- und internationaler Ebene. Der Behindertenrat bereitet Vorschläge von Menschen mit Behinderungen auf, arbeitet in Gremien mit, pflegt Kontakte zur Wissenschaft und baut umfassende Dokumentationen zu Hilfsmitteln, Fachliteratur und sozialen Diensten auf.

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