Über Jahrzehnte prägte Franz Karl die Behindertenpolitik und den Behindertensport in Österreich. Er setzte sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und eine inklusive Gesellschaft ein. Karl gehörte seit 2017 dem Schiedsgericht des Österreichischen Behindertenrats an.
Geboren wurde Franz Karl am 16. April 1943 in Klosterneuburg. Nach dem Studium der Mathematik und Physik an der Universität Wien war er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2001 als Professor am ORG Hegelgasse in Wien tätig. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte er sich über viele Jahrzehnte für Menschen mit Behinderungen. Dieses Engagement bestimmte seinen weiteren Lebensweg.
Ein Leben für Teilhabe und Behindertensport
Von 1987 bis 2001 war Franz Karl Abgeordneter zum Wiener Gemeinderat und Landtag sowie Behindertensprecher der Wiener Volkspartei. In dieser Funktion setzte er sich für den Abbau von Barrieren und für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ein.
Der Behindertensport prägte Franz Karls Engagement über viele Jahrzehnte. Als Präsident des Wiener Behindertensportverbands sowie als Vizepräsident des Österreichischen Behindertensportverbands und des Österreichischen Paralympischen Committees trug er wesentlich dazu bei, den Behindertensport in Österreich weiterzuentwickeln und seine Anliegen sichtbar zu machen. Für seine langjährigen Verdienste ernannte ihn der Österreichische Behindertensportverband zum Ehrenpräsidenten.
Neben seinem politischen Engagement war Franz Karl von 1990 bis 1997 Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Muskelkranke. Darüber hinaus engagierte er sich in zahlreichen weiteren Organisationen der Behindertenbewegung und blieb auch BIZEPS über viele Jahre eng verbunden. Im Jahr 2006 wurde er zum Ehrenmitglied von BIZEPS ernannt. Zuletzt war er Vizepräsident des Österreichischen Seniorenrats und setzte sich dort für die Interessen älterer Menschen ein.
Engagement bis zuletzt
Auch dem Österreichischen Behindertenrat blieb Franz Karl eng verbunden. Als Mitglied des Schiedsgerichts brachte er seine langjährige Erfahrung und seine fachliche Kompetenz in die Arbeit des Dachverbands ein. Sein Rat war geschätzt und auf tragfähige Lösungen ausgerichtet.
Für sein jahrzehntelanges gesellschaftliches Engagement erhielt Franz Karl im Jahr 2024 das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

„Mit Franz Karl verliert die österreichische Behindertenbewegung einen Menschen, der sich über Jahrzehnte mit großem persönlichem Einsatz für die Rechte und die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen eingesetzt hat. Er hat seine Erfahrung und sein Wissen stets in den Dienst der gemeinsamen Sache gestellt und war ein geschätzter Gesprächspartner. Sein Wirken wird in der österreichischen Behindertenbewegung in bleibender Erinnerung bleiben. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen“, sagt Klaus Widl, Präsident des Österreichischen Behindertenrats.
Der Österreichische Behindertenrat wird Franz Karl ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und allen, die ihm verbunden waren.