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Startseite › Aktuelles › News › Der Österreichische Behindertenrat trauert um Franz Karl

Der Österreichische Behindertenrat trauert um Franz Karl

1. Juli 2026

Mit Mag. Franz Karl verliert die österreichische Behindertenbewegung einen langjährigen Wegbegleiter.

Ehemaliger Behindertensprecher der Wiener Volkspartei, GR Franz Karl, erhält von Bürgermeister Michael Ludwig das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, Foto:
Bürgermeister Michael Ludwig würdigte 2024 bei der Verleihung des Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich Franz Karls Einsatz für Menschen mit Behinderungen. Foto: Stadt Wien/Christian Jobst

Über Jahrzehnte prägte Franz Karl die Behindertenpolitik und den Behindertensport in Österreich. Er setzte sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und eine inklusive Gesellschaft ein. Karl gehörte seit 2017 dem Schiedsgericht des Österreichischen Behindertenrats an.

Geboren wurde Franz Karl am 16. April 1943 in Klosterneuburg. Nach dem Studium der Mathematik und Physik an der Universität Wien war er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2001 als Professor am ORG Hegelgasse in Wien tätig. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte er sich über viele Jahrzehnte für Menschen mit Behinderungen. Dieses Engagement bestimmte seinen weiteren Lebensweg.

Ein Leben für Teilhabe und Behindertensport

Von 1987 bis 2001 war Franz Karl Abgeordneter zum Wiener Gemeinderat und Landtag sowie Behindertensprecher der Wiener Volkspartei. In dieser Funktion setzte er sich für den Abbau von Barrieren und für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ein.

Der Behindertensport prägte Franz Karls Engagement über viele Jahrzehnte. Als Präsident des Wiener Behindertensportverbands sowie als Vizepräsident des Österreichischen Behindertensportverbands und des Österreichischen Paralympischen Committees trug er wesentlich dazu bei, den Behindertensport in Österreich weiterzuentwickeln und seine Anliegen sichtbar zu machen. Für seine langjährigen Verdienste ernannte ihn der Österreichische Behindertensportverband zum Ehrenpräsidenten.

Neben seinem politischen Engagement war Franz Karl von 1990 bis 1997 Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Muskelkranke. Darüber hinaus engagierte er sich in zahlreichen weiteren Organisationen der Behindertenbewegung und blieb auch BIZEPS über viele Jahre eng verbunden. Im Jahr 2006 wurde er zum Ehrenmitglied von BIZEPS ernannt. Zuletzt war er Vizepräsident des Österreichischen Seniorenrats und setzte sich dort für die Interessen älterer Menschen ein.

Engagement bis zuletzt

Auch dem Österreichischen Behindertenrat blieb Franz Karl eng verbunden. Als Mitglied des Schiedsgerichts brachte er seine langjährige Erfahrung und seine fachliche Kompetenz in die Arbeit des Dachverbands ein. Sein Rat war geschätzt und auf tragfähige Lösungen ausgerichtet.

Für sein jahrzehntelanges gesellschaftliches Engagement erhielt Franz Karl im Jahr 2024 das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

Mag. Franz Karl sitzt mit dem Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich im Rollstuhl. Hinter ihm stehen, von links nach rechts, Dr. Bernhard Görg, Dr. Andreas Khol, Bürgermeister Dr. Michael Ludwig und Klaus Widl. Links im Bild sitzt Martin Ladstätter.
von links nach rechts: Martin Ladstätter, Vizepräsident des Österreichischen Behindertenrats, Dr. Bernhard Görg, ehemaliger Vizebürgermeister und Landeshauptmann-Stellvertreter von Wien, Dr. Andreas Khol, ehemaliger Präsident des Nationalrats, Wiens amtierender Bürgermeister Dr. Michael Ludwig und Klaus Widl, Präsident des Österreichischen Behindertenrats, gratulierten dem ehemaligen Abgeordneten des Wiener Landtags und Mitglied des Wiener Gemeinderats Mag. Franz Karl

„Mit Franz Karl verliert die österreichische Behindertenbewegung einen Menschen, der sich über Jahrzehnte mit großem persönlichem Einsatz für die Rechte und die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen eingesetzt hat. Er hat seine Erfahrung und sein Wissen stets in den Dienst der gemeinsamen Sache gestellt und war ein geschätzter Gesprächspartner. Sein Wirken wird in der österreichischen Behindertenbewegung in bleibender Erinnerung bleiben. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen“, sagt Klaus Widl, Präsident des Österreichischen Behindertenrats.

Der Österreichische Behindertenrat wird Franz Karl ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und allen, die ihm verbunden waren.

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Der Österreichische Behindertenrat

Als Interessenvertretung für 1,4 Millionen Menschen mit Behinderungen setzt sich der Behindertenrat für die Umsetzung des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes ein und fördert Barrierefreiheit und Gleichstellung auf nationaler, EU- und internationaler Ebene. Er bereitet Vorschläge von Menschen mit Behinderungen auf, arbeitet in Gremien mit, pflegt Kontakte zur Wissenschaft und baut umfassende Dokumentationen zu Hilfsmitteln, Fachliteratur und sozialen Diensten auf.

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