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Startseite › Aktuelles › News › Diskriminierung und mangelnde Unterstützung am Arbeitsplatz

Diskriminierung und mangelnde Unterstützung am Arbeitsplatz

11. Juli 2024

EU-Daten zufolge gehen Menschen mit Behinderungen wesentlich seltener als Menschen ohne Behinderungen einer Lohnarbeit nach.

Mann arbeitet in Behindertenwerkstatt

Viele werden bereits beim Bewerbungsprozess benachteiligt. Arbeitgeber*innen brauchen mehr Informationen und Unterstützung, da viele Menschen mit Behinderungen sonst weiterhin vom ersten Arbeitsmarkt ausgeschlossen bleiben. 

Am 10. Juli 2024 veröffentlichte das Europäische Behindertenforum (EDF) – finanziert von Google.org – einen Bericht zum Thema Digitale Kompetenzen, angemessene Maßnahmen und Technologische Unterstützung am Arbeitsmarkt. Der Bericht beleuchtet anhand von Fallbeispielen die umfassenden Probleme und Herausforderungen, mit denen Menschen mit Behinderungen in der EU täglich weiterhin in der Arbeitswelt konfrontiert sind.

Zusammenfassung und Hauptprobleme

Die EU-Daten zeigen, dass Menschen mit Behinderungen wesentlich seltener als Menschen ohne Behinderungen einer Beschäftigung nachgehen. Der Unterschied liegt bei etwa 24%, wobei es bei Frauen und Jugendlichen mit Behinderungen zu noch deutlicheren Unterschieden kommt. Der Bericht hebt verschiedene Problemstellungen hervor, die Menschen mit Behinderungen täglich im Zusammenhang mit Beschäftigung erfahren:

Unzugängliche Einstellungsverfahren

Nur ein Viertel der Arbeitgeber*innen hat barrierefreie Rekrutierungsprozesse entwickelt. Dies bedeutet, dass viele Menschen mit Behinderungen schon beim Bewerbungsprozess benachteiligt werden. Ein Großteil der Arbeitgeber*innen verfügt nicht über klare interne Richtlinien zur Einstellung von Menschen mit Behinderungen, was oft zu unbewusster Diskriminierung führt.

Mangelnde Assistenztechnologie

Ein weiteres großes Problem ist das Fehlen von Richtlinien und Ressourcen zur Bereitstellung von Assistenztechnologie. 81% der Arbeitgeber*innen haben keine Richtlinie zur Anschaffung solcher Technologien. Diese Technologien sind aber notwendig, um Menschen mit Behinderungen ein effizientes und gleichberechtigtes Arbeitsumfeld zu bieten. Dies betrifft nicht nur physische Hilfsmittel, sondern auch Software und digitale Lösungen, die speziell entwickelt wurden, um Barrieren abzubauen und die Integration in den Arbeitsprozess zu erleichtern.

Gesellschaftliche und kulturelle Barrieren

Ein weiteres zentrales Problem sind die weiterhin vorherrschenden Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderungen. Vorurteile und mangelndes Verständnis führen oft dazu, dass Menschen mit Behinderungen im Arbeitsumfeld diskriminiert werden. Dies manifestiert sich in einem Mangel an Aufstiegsmöglichkeiten, geringerer Bezahlung und einem allgemeinen Gefühl der Ausgrenzung. Arbeitgeber*innen sind oft nicht ausreichend geschult, um eine inklusive Kultur zu fördern.

Empfehlungen des Berichts

Der Bericht gibt mehrere Empfehlungen ab, um die Situation zu verbessern und die genannten Probleme zu bekämpfen:

Investitionen in zugängliche Technologie

Arbeitgeber*innen sollten in zugängliche Technologie für alle Mitarbeiter*innen investieren. Diese Investitionen sollten durch öffentliche Mittel unterstützt werden, die leicht zugänglich und unbürokratisch abrufbar sein müssen. Die Bereitstellung von Technologien wie Bildschirmlesegeräten, Sprachsoftware und anderen Hilfsmitteln kann die Produktivität und Integration von Menschen mit Behinderungen erheblich verbessern.

Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen

Die Entwicklung und Umsetzung von Richtlinien und technologischen Lösungen sollte in enger Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderungen und ihren Vertretungsorganisationen erfolgen. Dies stellt sicher, dass die Maßnahmen den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen und effektiv zur Inklusion beitragen.

Maureen Piggot, Mitglied des EDF-Executive Committee, betont, dass die Forschung deutlich mache, dass Arbeitgeber*innen mehr Informationen und Unterstützung benötigen, da Menschen mit Behinderungen sonst weiterhin ausgeschlossen bleiben würden. Es sei an der Zeit, dass Organisationen, Arbeitgeber*innen und politische Entscheidungsträger*innen Richtlinien umsetzen, die es Arbeitnehmer*innen mit Behinderungen ermöglichen, beschäftigt zu werden.

Bericht (auf Englisch): Digital Skills, Accommodation and Technological Assistance for Employment: Supporting the inclusion of persons with disabilities in the open labour market (edf-feph.org)

von Victoria Biber

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Als Interessenvertretung für 1,4 Millionen Menschen mit Behinderungen setzt sich der Behindertenrat für die Umsetzung des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes ein und fördert Barrierefreiheit und Gleichstellung auf nationaler, EU- und internationaler Ebene. Er bereitet Vorschläge von Menschen mit Behinderungen auf, arbeitet in Gremien mit, pflegt Kontakte zur Wissenschaft und baut umfassende Dokumentationen zu Hilfsmitteln, Fachliteratur und sozialen Diensten auf.

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