Rund 506.000 Personen hatten in Österreich mit Ende März 2026 Anspruch auf Pflegegeld.
Trotz der notwendigen Budgetsanierungsmaßnahmen ist es gelungen, für die Erhöhung des
Pflegegelds 2027 eine Gesamtsumme von rund 120 Millionen Euro sicherzustellen. Diese
Mittel konnten bereits im Doppelbudget verankert werden und entsprechen dem vollen
Inflationsabgleich zum Zeitpunkt der Budgeterstellung.
Die Beibehaltung der Valorisierung des Pflegegelds im Jahr 2027 ist ein wichtiges Ergebnis des konsequenten politischen Einsatzes des Österreichischen Behindertenrats und zugleich ein starkes sozialpolitisches Signal von Sozialministerin Korinna Schumann. Gerade angesichts der angespannten Budgetsituation und der Diskussionen über Einsparungen bei Sozialleistungen ist diese Entscheidung für insgesamt 506.000 pflegebedürftige Menschen sowie deren Angehörige von besonderer Bedeutung.
„Die Valorisierung des Pflegegelds ist unverzichtbar. Das Pflegegeld ist keine freiwillige Sozialleistung, sondern ein zentraler Beitrag für ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Wir haben auf allen politischen Ebenen klargemacht: Die Valorisierung des Pflegegelds ist für uns ein Muss“, erklärt Klaus Widl, Präsident des Österreichischen Behindertenrats, anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am 12. Mai 2026.
Der Österreichische Behindertenrat hat sich in den vergangenen Wochen hartnäckig und konsequent für die Beibehaltung der Pflegegeld-Valorisierung eingesetzt. In Gesprächen mit Sozialministerin Korinna Schumann sowie mit zahlreichen weiteren politischen Vertreter*innen wurde deutlich gemacht, weshalb eine Aussetzung der Valorisierung für Menschen mit Behinderungen und pflegebedürftige Menschen nicht hinnehmbar wäre.
„Sozialministerin Korinna Schumann hat sich in dieser Frage als starke Partnerin für Menschen mit Behinderungen und pflegebedürftige Menschen erwiesen. Dass die Pflegegeld-Valorisierung erhalten bleibt, ist ein wichtiges Signal für soziale Sicherheit, Selbstbestimmung und Teilhabe“, betont Widl.
Beim Arbeitsgespräch mit Sozialministerin Korinna Schumann am 4. Mai 2026 präsentierten Vertreter*innen des Österreichischen Behindertenrats unter anderem das aktualisierte Positionspapier und betonten die dringende Notwendigkeit einer fortgesetzten Valorisierung des Pflegegelds. Der konstruktive Austausch mit der Sozialministerin war dabei ein wichtiger Teil des politischen Einsatzes für die Absicherung des Pflegegelds.
Im aktuellen Positionspapier hält der Österreichische Behindertenrat fest, dass das Pflegegeld ein wichtiger Beitrag für selbstbestimmtes Leben und ökonomische Barrierefreiheit ist. Gleichzeitig weist der Behindertenrat darauf hin, dass die Pflegegeldbeträge durch jahrelange Nichtvalorisierung real stark an Wert verloren haben.
Mit dem Bundespflegegeldgesetz wurde 1993 erstmals ein bundesweiter Rechtsanspruch auf finanzielle Unterstützung für pflegebedürftige Menschen geschaffen. Der Österreichische Behindertenrat erinnert daran, dass die organisierte Behindertenbewegung maßgeblich zur Einführung des Pflegegelds beigetragen hat.
„Menschen mit Behinderungen dürfen nicht die Leidtragenden budgetpolitischer Kürzungen werden. Dass die Pflegegeld-Valorisierung erhalten bleibt, zeigt: Unser Einsatz hat Wirkung gezeigt“, so Widl.