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Startseite › Aktuelles › News › Audiodeskription: Kostenexplosion abgewendet

Audiodeskription: Kostenexplosion abgewendet

22. April 2026

Der Österreichische Behindertenrat wandte sich wegen drohender Mehrkosten für Audiodeskription an Medienminister Andreas Babler. Künftig fällt nur eine Anzeigegebühr von 100 Euro pro Funkanwendung an.

Zeichen für Audiodeskription: durchgestrichenen Auge auf schwarzem Hintergrund

Um auf eine drohende Kostenexplosion bei der Audiodeskription aufmerksam zu machen, wandte sich der Österreichische Behindertenrat im März 2026 an Medienminister Andreas Babler. Hintergrund waren geplante Gebührenregelungen für Funkanlagen, die den Weiterbetrieb dieses Angebots gefährdet hätten.

Audiodeskription ermöglicht blinden und sehbehinderten Menschen, Sport- und Kulturveranstaltungen vor Ort zu verfolgen. Über Radiosender erhalten sie zusätzliche Beschreibungen des Geschehens und können so am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Dieses Angebot ist ein zentraler Bestandteil barrierefreier Teilhabe.

In einem Schreiben an Medienminister Andreas Babler unterstützte der Österreichische Behindertenrat die Anliegen der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs sowie des Blinden und Sehbehindertenverbandes Österreich (BSVÖ) und bestehender Initiativen für Audiodeskription in Fußballstadien und Theatern. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass das bestehende Angebot als Non-Profit-Projekt organisiert ist und unter anderem von der Bundesliga, dem Kitzbüheler Ski Club, dem Österreichischen Fußball Bund (ÖFB), dem Österreichischen Rundfunk (ORF), dem Unternehmen AUDIO2, aus privaten Spenden sowie durch Unterstützung der Stadt Wien finanziert wird.

Die Befürchtung lautete, dass neue Gebührenregelungen den Fortbestand dieses Angebots gefährden könnten. Der Behindertenrat ersuchte daher um eine Lösung, die Audiodeskription weiterhin ermöglicht.

Aus dem Kabinett des Medienministers kam am 21. April 2026 die Rückmeldung an den Behindertenrat, dass eine Lösung gefunden wurde. Künftig müssen entsprechende Funkanlagen lediglich angezeigt werden. Für diese Anzeige fällt eine Gebühr von 100 Euro pro Funkanwendung an. Weitere Gebührentatbestände kommen laut Auskunft des Ministeriums nicht zur Anwendung.

Damit konnte die drohende existenzgefährdende Kostensteigerung für Audiodeskription abgewendet werden. Das Angebot für blinde und sehbehinderte Menschen bei Sport- und Kulturveranstaltungen kann somit weiterhin bestehen bleiben.

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euro-key

Inhaber*innen eines gültigen Bundesbehindertenpasses – mit entsprechender Zusatzeintragung, die den Bedarf bestätigt – oder eines gültigen Parkausweises für Menschen mit Behinderung nach § 29b StVO können beim Österreichischen Behindertenrat einen Euro-Key bestellen.

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Der Österreichische Behindertenrat

Seit 1976 vertritt der Österreichischen Behindertenrat mehr als 1,4 Millionen Menschen mit Behinderungen in Österreich. Die gesetzlich verankerte, parteipolitisch unabhängige Dachorganisation der Behindertenverbände in Österreich mit mehr als 85 Mitgliedsorganisationen setzt sich für die Umsetzung des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes ein und fördert Barrierefreiheit und Gleichstellung auf nationaler, EU- und internationaler Ebene. Der Behindertenrat bereitet Vorschläge von Menschen mit Behinderungen auf, arbeitet in Gremien mit, pflegt Kontakte zur Wissenschaft und baut umfassende Dokumentationen zu Hilfsmitteln, Fachliteratur und sozialen Diensten auf.

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