Was ist Disability Pride?
Disability Pride ist ein englischer Begriff. Disability bedeutet Behinderung, und Pride bedeutet Stolz. Ähnlich wie beim Pride-Monat der LGBTQ+-Community macht auch der Disability Pride-Monat auf die Rechte von Menschen mit Behinderungen aufmerksam und setzt ein Zeichen gegen Diskriminierung.
Seit wann gibt es den Disability Pride-Monat?
Der Disability Pride Month entstand in den 1990er Jahren in Amerika. Im Juli 1990 wurde dort der „Americans with Disabilities Act“ (ADA) unterzeichnet. Dieses Bundesgesetz soll die Rechte von Menschen mit Behinderungen sicherstellen. Im selben Jahr fand in Boston eine der ersten Disability-Pride-Veranstaltungen statt.
Warum Disability Pride?
Jahrzehntelange Diskriminierung und Ausgrenzung haben dazu geführt, dass manche Menschen mit Behinderungen Scham oder Minderwertigkeitsgefühle verinnerlicht haben.
Der Disability Pride-Monat soll einen Anlass dazu geben, stolz darauf zu sein, wer man ist und wie man ist und andere Menschen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen aufklären.
Entstehung der Flagge
Die Flagge wurde von Ann Magill erstellt, sie ist eine Frau mit Behinderung. Die Farben stehen symbolisch für unterschiedliche Erfahrungen und Formen von Behinderungen.
Rot: körperliche Behinderungen
Gelb: kognitive Behinderungen und Lernschwierigkeiten
Weiß: unsichtbare und undiagnostizierte Behinderungen
Blau: psychische Erkrankungen
Grün: Sinnesbehinderungen
Schwarz: Menschen mit Behinderungen, die ihr Leben verloren haben
Entwicklung der Flagge
In einer früheren Version war die Flagge durch zackige Streifen dargestellt, ähnlich wie bei einem Blitz. Diese Darstellung führte jedoch bei manchen Personen zu Problemen, etwa bei Personen mit Epilepsie oder Migräne. Deshalb wurde die Flagge 2021 gemeinsam mit Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen überarbeitet.
Disability Pride in Österreich
Auch in Österreich gewinnt der Disability Pride Month zunehmend an Bedeutung. Während die Bewegung in den USA bereits seit den 1990er-Jahren mit Veranstaltungen und Paraden sichtbar ist, entwickelt sie sich hierzulande erst nach und nach. Immer mehr Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen greifen den Juli zum Anlass, über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, Barrierefreiheit und Ableismus zu informieren.
Ein Beispiel dafür ist das Haus der Geschichte Österreich (hdgö), das den Disability Pride Month mit kostenlosen Kurzführungen und Beiträgen zur Disability History aufgreift. Auch der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) informiert über die Geschichte und Bedeutung des Disability Pride Month und setzt damit ein Zeichen für Inklusion und Gleichberechtigung.
Der Disability Pride Month bietet die Gelegenheit, die Vielfalt von Menschen mit Behinderungen sichtbar zu machen und daran zu erinnern, dass Selbstbestimmung, Teilhabe und Gleichstellung keine Selbstverständlichkeit sind, sondern Rechte, für die sich Menschen mit Behinderungen seit vielen Jahrzehnten einsetzen.
Sei stolz darauf, du zu sein
Da die Bewegung der Disability Pride aus Amerika stammt, ist sie in Europa noch nicht so bekannt. Mittlerweile wird die Bewegung auch außerhalb von Amerika von Jahr zu Jahr bekannter. Immer mehr Menschen bekennen sich auch außerhalb des Pride Month dazu, stolz darauf zu sein, wer man ist und wie man ist. Disability Pride bedeutet auch, Diskriminierung nicht hinzunehmen und selbstbewusst für die eigenen Rechte einzustehen. Die Bewegung ermutigt Menschen mit Behinderungen, ihre Identität anzunehmen und sich gemeinsam gegen Ausgrenzung einzusetzen.
Niemand darf aufgrund einer Behinderung benachteiligt oder verurteilt werden. Eine Behinderung macht einen Menschen weder weniger wertvoll noch weniger leistungsfähig. Niemand muss sich dafür schämen.
Was Disability Pride persönlich bedeutet, erzählen zwei Mitarbeiterinnen des Österreichischen Behindertenrats.
Andrea Strohriegl arbeitet in der Kommunikationsabteilung des Österreichischen Behindertenrates. Vielleicht kennt ihr sie unter ihrem Blog-Namen Rea Strawhill.
In einem Video anlässlich des #DisabilityPrideMonth erklärt Andrea, worauf sie stolz ist.
Eva-Maria Fink widmet sich beim Österreichischen Behindertenrat dem Bereich Veranstaltungen und Intersektionalität.
In einem Video anlässlich des #DisabilityPrideMonth erklärt Eva-Maria, worauf sie stolz ist.
Service-Link
Wie über Menschen mit Behinderungen realitätsnah und diskriminierungsfrei berichtet werden kann, erfahren Medienschaffende im Leitfaden des Österreichischen Behindertenrats.
Medienleitfaden zum Thema Menschen mit Behinderungen
Profilbild- Rahmen für Social Media zum Download:

Disability Pride Month im hdgö
Im Disability Pride-Monat Juli rücken im Haus der Geschichte Österreich (hdgö) in der Wiener Hofburg die kostenlosen Kurzführungen „Zeitgeschichte kompakt: Selbst bestimmt?!“ die Perspektiven von Menschen mit Behinderungen in den Mittelpunkt.

Ausgehend von Objekten der Ausstellung Neue Zeiten: Österreich seit 1918 erzählen sie von den Kämpfen um Gleichberechtigung, dem Abbau von Barrieren sowie von Erfolgen und Rückschlägen der vergangenen rund 100 Jahre.
Die Führungen finden am 12. Juli 2026 um 14:00 Uhr sowie am 24. und 31. Juli 2026 jeweils um 16:00 Uhr statt.
Weitere Einblicke in spannende Jahrestage bietet das hdgö den ganzen Sommer über auf Instagram und Facebook. Vertiefende Geschichten finden sich außerdem unter „Disability History“ in der Sammlung Online, die großteils im Rahmen des Disability History Project gesammelt wurden.
Service Links
Kostenlose Kurzführungen: Zeitgeschichte kompakt. Selbst bestimmt?!
Ausstellung: Neue Zeiten: Österreich seit 1918
„Disability History“ in der Sammlung Online
Monika Sommer über das Disability History Project
Monika Sommer, Direktorin des Hauses der Geschichte Österreich, spricht im Video über das Disability History Project und die Bedeutung der Geschichte von Menschen mit Behinderungen für die österreichische Zeitgeschichte. Begleitet werden ihre Ausführungen von Aufnahmen aus dem Haus der Geschichte Österreich.
Zu sehen sind Behindertenrats-Präsident Klaus Widl, Ehrenpräsident Klaus Voget, Vizepräsident Martin Ladstätter, die Präsidiumsmitglieder Manuela Lanzinger und Helene Jarmer sowie Geschäftsstellenleiterin Barbara Haider-Novak, Öffentlichkeitsarbeiterin Kerstin Huber-Eibl und Eva-Maria Fink vom Österreichischen Behindertenrat beim Rundgang durch die Ausstellung.
Rückblick auf fünf Jahrzehnte Behindertenpolitik
Der Österreichische Behindertenrat feierte am 21. Mai 2026 sein 50-jähriges Bestehen mit einer Jubiläumsveranstaltung in Wien. Im Mittelpunkt standen fünf Jahrzehnte organisierter Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen in Österreich.
Im Rahmen der Veranstaltung gab Dr. Stefan Benedik vom Haus der Geschichte Österreich einen historischen Überblick über die Behindertenbewegung vor 1950.
Der Disability Pride Month erinnert daran, dass Menschen mit Behinderungen selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft sind. Gleichzeitig macht er deutlich, dass gleiche Rechte, Barrierefreiheit und Selbstbestimmung keine Selbstverständlichkeit sind, sondern immer wieder eingefordert und weiterentwickelt werden müssen.