Mit der am 17. Juni 2026 in Kraft getretenen Dienstequalitätsverordnung (DQV) schreibt die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH“ (RTR) Anbietern bestimmter Kommunikationsdienste vor, Informationen zur Qualität ihrer Dienste zu veröffentlichen und der Regulierungsbehörde anzuzeigen.
Laut Klaus M. Steinmaurer, Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post, sei das wesentliche Ziel dieser Verordnung, die Transparenz und damit die Vergleichbarkeit von Telekommunikationsdiensten zu erhöhen.
Anbieter von Telekommunikationsdiensten haben unter anderem für jede Technologie bzw. jeden Tarif die vom Endnutzer bis zum Übergabepunkt gemessene Latenz, die Verzögerungsschwankung und den Paketverlust zu ermitteln und die Ausfallswahrscheinlichkeit je Technologie oder Tarif anzugeben.
Gleichberechtigte Teilhabe durch mehr Barrierefreiheit
Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt der Verordnung liegt auf der gleichberechtigten Teilhabe von Personen mit Behinderungen. So schreibt die Dienstequalitätsverordnung Maßnahmen vor, damit auch Nutzer*innen mit Behinderungen Telekommunikationsdienste in gleicher Weise wie Nutzer*innen ohne Behinderungen in Anspruch nehmen und ihre Entscheidungen unbeeinflusst und selbständig treffen können. Dazu gehören Informationspflichten über barrierefreie Zugangswege zu Vertragsinhalten und vorvertraglichen Informationen sowie konkrete Vorgaben für die Bedienbarkeit und Zugänglichkeit von Diensten.
Steinmaurer zufolge werde es ab Juli 2027 auch möglich sein, Notrufe per Textnachricht in Echtzeit abzusetzen.
Service-Link
Dienstequalitätsverordnung (DQV) der RTR
5 Jahre verpflichtender Ausbau barrierefreier Medienangebote: Schon eine Selbstverständlichkeit?
Die Kommunikationsbehörde Austria (KommAustria) lud am 18. Juni 2026 zu einer Veranstaltung, die sich dem Ausbau barrierefreier Medienangebote widmete.
Mit Jahresbeginn 2021 traten für kommerzielle Mediendiensteanbieter*innen und für den ORF gesetzliche Verpflichtungen zum Ausbau der Barrierefreiheit in Kraft. Seitdem sind fünf Jahre vergangen, in denen Anbieter*innen ihr barrierefreies Angebot laufend ausbauten. Die KommAustria begleitete diesen Ausbau und beobachtet und lädt Interessierte ein, gemeinsam Bilanz über diese vergangenen fünf Jahre zu ziehen und einen Blick in die Zukunft zu wagen, die durch ständig neue technologische Möglichkeiten für mehr Barrierefreiheit geprägt ist.
An der Diskussion nahmen Martin Ladstätter, Vizepräsident des Österreichischer Behindertenrat, Robert Ziegler vom ORF, Corinna Drumm vom Verband Österreichischer Privatsender, Angelika Frierss vom Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich, Lukas Huber vom Österreichischer Gehörlosenbund sowie Cornelia Holsten, Direktorin der Bremische Landesmedienanstalt und Themenbeauftragte der deutschen Medienanstalten für Barrierefreiheit und Diversity, teil.
Statusbericht von BSVÖ, ÖGLB und Jugend am Werk
Der Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich (BSVÖ), der Österreichische Gehörlosenbund (ÖGLB) und Jugend am Werk wurden ersucht, darüber Bericht zu legen, wie sich die Mediennutzung für ihre Mitglieder tatsächlich gestaltet.

© RTR
Der Statusbericht zur Barrierefreiheit in audiovisuellen Medien 2026 zieht erstmals eine Bilanz über die Entwicklung der Barrierefreiheit in Österreichs Medienlandschaft seit Inkrafttreten der gesetzlichen Verpflichtungen im Jahr 2021. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie barrierefrei audiovisuelle Medienangebote heute tatsächlich sind und wie diese von den betroffenen Nutzer wahrgenommen werden.
Aus diesem Anlass wurden der Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich (BSVÖ), der Österreichische Gehörlosenbund (ÖGLB) sowie Jugend am Werk eingeladen, ihre Erfahrungen und Einschätzungen zur subjektiv wahrgenommenen Entwicklung der Barrierefreiheit in audiovisuellen Medienangeboten aufzuzeigen. Der vorliegende Statusbericht rückt damit bewusst die Perspektiven jener Menschen in den Mittelpunkt, für die barrierefreie Medienangebote im Alltag von besonderer Bedeutung sind.
Die in den Beiträgen behandelten Inhalte reichen von Praxistests österreichischer Medienangebote durch Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen über eine Analyse der Entwicklung von Untertitelung und Gebärdensprachangeboten bis hin zu Screenreader-Tests verschiedener Streaming- und Medienplattformen. Dabei werden sowohl Fortschritte als auch bestehende Hürden aufgezeigt – von der Auffindbarkeit barrierefreier Inhalte bis hin zur Qualität ihrer technischen Umsetzung.
Der Bericht macht deutlich, dass in den vergangenen Jahren wichtige Verbesserungen erreicht wurden, gleichzeitig aber weiterer Handlungsbedarf besteht. Er vereint regulatorische Entwicklungen, praktische Erfahrungen und konkrete Empfehlungen der betroffenen Zielgruppen und leistet damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung einer inklusiven Medienlandschaft in Österreich.
Service Link
Statusbericht zur Barrierefreiheit in audiovisuellen Medien (PDF)