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Startseite › Aktuelles › News › Barrierefreie Informationen zu gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung

Barrierefreie Informationen zu gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung

22. Oktober 2020

Einstimmig beschloss der Gleichbehandlungsausschuss die Erstellung von Informationsmaterial in leichter Sprache und in österreichischer Gebärdensprache zu gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen.

Barrierefreie Informationen: Gleichbehandlungsausschuss einstimmig für Informationsmaterial zu gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen in Leichter Sprache und Österreichischer Gebärdensprache.

Der Österreichische Behindertenrat und das Kompetenzteam Frauen mit Behinderungen begrüßen diese Maßnahme!

Auszug aus der Parlamentskorrespondenz vom 21.10.2020: Gleichbehandlungsausschuss einstimmig für Brustkrebsfrüherkennung und Info-Broschüren in leichter Sprache

Broschüren zu gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen in leichter Sprache

Dem Gesundheitsminister und der Frauenministerin wurde ein weiterer Auftrag einstimmig erteilt. Sie sollen gemeinsam die Erstellung und Verbreitung von Informationsmaterialien in leichter Sprache sowie Österreichischer Gebärdensprache zum Thema gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen in Auftrag geben. In einem Entschließungsantrag von ÖVP und Grünen (837/A(E)) wird aufgezeigt, dass Frauen mit Behinderungen in Bezug auf gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen eine benachteiligte Gruppe seien. Die Ursache sieht Kira Grünberg (ÖVP) unter anderem in fehlenden Informationen etwa in leichter Sprache oder Gebärdensprache. Bei der Erstellung solcher Materialien sollen Frauen mit Behinderungen einbezogen werden, betonte Meri Disoski (Grüne). Verena Nussbaum (SPÖ) und Rosa Ecker (FPÖ) äußerten Zustimmung zu dem Antrag und regten an, entsprechende Broschüren für alle gesundheitlichen Untersuchungen zu erstellen. Die Entschließung wurde schließlich einstimmig angenommen.

Auszug aus der Presseaussendung des Grünen Klub im Parlament vom 21.10.2020: Grüne/Grebien: Informationsbroschüre in Leichter Sprache hilft, Gesundheit von Menschen mit Behinderung zu verbessern

 „Für Frauen mit Behinderungen ist eine Informationsbroschüre in Leichter Sprache und Österreichischer Gebärdensprache zu gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen eine äußerst wichtige Unterstützungsleistung“, begrüßt die Sprecherin der Grünen für Menschen mit Behinderungen, Heike Grebien, den heutigen Beschluss im Gleichbehandlungsausschuss.

Frauen mit Behinderungen können gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen deutlich weniger in Anspruch nehmen. Die Hauptgründe dafür sind die fehlende Barrierefreiheit von gynäkologischen Praxen und fehlende Informationen in entsprechender Form wie Leichte Sprache oder Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS).

„Nationale und internationale Studien zeigen, dass es sich hier keinesfalls um Einzelfälle handelt. So geht etwa ein Viertel der Frauen mit Behinderungen zu keinerlei gynäkologischen Voruntersuchungen und nur jede neunte Frau mit Behinderung nimmt regelmäßig gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch. Zudem wird ein Drittel der Menschen mit Behinderungen nicht über Sexualität und geschlechtsspezifische Gesundheit aufgeklärt. Informationen in Leichter Sprache und ÖGS stellen hier eine wichtige Unterstützungsleistung dar“, betont Grebien und weiter: „Sie erleichtern den Zugang zu medizinischer Versorgung für unterschiedliche Personengruppen wie Frauen mit Lernschwierigkeiten, Frauen mit niedrigem Sprachverständnis, hörbeeinträchtigte und gehörlose Frauen.“

„Unser Entschließungsantrag ‚Erstellung von Informationsbroschüren in Leichter Sprache zu gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen für Frauen mit Behinderungen‘ hat die Produktion und bundesweite Verteilung einer leicht verständlichen Broschüre zum Ziel“, hält Grebien fest.

Die Herstellung einer solchen Broschüre ermöglicht Frauen mit Behinderungen einen besseren Zugang zu gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen und hilft damit, deren Gesundheit zu verbessern. Darüber hinaus werden Ärzt*innen sensibilisiert, dass Leichte Sprache und Österreichische Gebärdensprache für Menschen mit Behinderungen wichtig sind.

„Ganz wesentlich bei dieser Broschüre ist, dass sowohl Frauen mit Lernschwierigkeiten als auch hörbeeinträchtigte und gehörlose Frauen in deren Erstellung eingebunden werden. Denn nur so können Inhalte und Aufbereitung zielgruppenspezifisch gestaltet werden und damit wirksam sein“, sagt Grebien.

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Inhaber*innen eines gültigen Bundesbehindertenpasses – mit entsprechender Zusatzeintragung, die den Bedarf bestätigt – oder eines gültigen Parkausweises für Menschen Behinderung nach § 29b StVO können beim Österreichischen Behindertenrat einen Euro-Key bestellen.

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Der Österreichische Behindertenrat

Seit 1976 vertritt der Österreichischen Behindertenrat mehr als 1,4 Millionen Menschen mit Behinderungen in Österreich. Die gesetzlich verankerte, parteipolitisch unabhängige Dachorganisation der Behindertenverbände in Österreich mit mehr als 85 Mitgliedsorganisationen setzt sich für die Umsetzung des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes ein und fördert Barrierefreiheit und Gleichstellung auf nationaler, EU- und internationaler Ebene. Der Behindertenrat bereitet Vorschläge von Menschen mit Behinderungen auf, arbeitet in Gremien mit, pflegt Kontakte zur Wissenschaft und baut umfassende Dokumentationen zu Hilfsmitteln, Fachliteratur und sozialen Diensten auf.

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